flatexDEGIRO Bank AG (vormals: flatex Bank AG)-gute Bilanz

Wirtschaft

17 Millionen Euro als ausgewiesener Gewinn, das finden wir dann ganz in Ordnung.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++

flatexDEGIRO Bank AG (vormals: flatex Bank AG)

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Bilanz zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2019

AKTIVA

31.12.2020 31.12.2019
EURO EURO
1. Barreserve
a) Kassenbestand 10.931.209,90 15.792.998,96
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 1.054.264.056,17 382.548.671,62
darunter bei der Deutschen Bundesbank und der OENB: EUR 1.054.264.056,17 (Vj. EUR 382.548.671,62)
3. Forderungen an Kreditinstitute 1.065.195.266,07 398.341.670,58
a) täglich fällig 58.917.276,64 13.523.710,38
b) andere Forderungen 77.288.550,18 62.808.665,57
136.205.826,82 76.332.375,95
4. Forderungen an Kunden 884.797.826,00 445.090.358,50
darunter durch Grundpfandrechte gesichert: EUR 29.456.675,00 (Vj. EUR 36.972.473,00)
darunter Kommunalkredite: EUR 369.531,45 (Vj. EUR 14.055.614,14)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 76.225.986,25 25.144.802,50
darunter beleihbar bei der Deutschen Bundesbank: EUR 76.225.986,25 (Vj. EUR 25.144.802,50)
bb) von anderen Emittenten 14.157.691,32 36.447.445,09
darunter beleihbar bei der Deutschen Bundesbank: EUR 13.690.451,21 (Vj. EUR 35.884.647,98)
90.383.677,57 61.592.247,59
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 94.932.929,83 110.698.712,00
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 240.023,65
darunter an Finanzdienstleistungsinstituten EUR 0,00 (Vj. EUR 240.023,65)
9. Treuhandvermögen 7.366.314,24 91.688.521,35
darunter Treuhandkredite: EUR 7.366.314,24 (Vj. EUR 91.688.521,35)
11. Immaterielle Anlagewerte
1. Andere immaterielle Vermögensgegenstände 633.249,00 119.540,00
12. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 56.549,00 19.289,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 412.462,55 384.529,57
469.011,55 403.818,57
15. Sonstige Vermögengegenstände 22.401.900,74 25.919.203,58
16. Rechnungsabgrenzungsposten 13.756.037,74 1.292.742,11
17. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,00 5.876,00
2.316.142.039,56 1.211.725.089,88

PASSIVA

31.12.2020 31.12.2019
EURO EURO
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kredinstituten
a) täglich fällig 36.613.495,60 42.305.332,36
b) mit vereinbarter Laufzeit 59.857.615,23 29.388.945,61
96.471.110,83 71.694.277,97
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 2.070.802.468,24 949.600.442,43
bb) mit vereinbarter Laufzeit 0,00 1.668,56
2.070.802.468,24 949.602.110,99
4. Treuhandverbindlichkeiten 7.366.314,24 91.688.521,35
darunter Treuhandkredite: EUR 7.366.314,24 (Vj. EUR 91.688.521,35)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 55.298.100,30 24.602.200,48
6. Rechnungsabgrenzungsposten 112.958,60 509.104,60
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnl. Verpflichtungen 14.479,00 0,00
b) Steuerrückstellungen 3.106.618,00 636.066,00
c) andere Rückstellungen 8.792.557,00 6.315.375,14
11.913.654,00 6.951.441,14
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 10.000.000,00 10.000.000,00
darunter gemäß §340e Abs. 4 HGB: EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 8.468.023,00 8.468.023,00
b) Kapitalrücklage 40.061.844,89 32.561.844,89
c) Gewinnrücklagen, davon 15.647.565,46 15.647.565,46
ca) gesetzliche Rücklage 543.657,33
cb) andere Gewinnrücklagen 15.103.908,13
d) Bilanzgewinn 2019 0,00 0,00
e) Jahresüberschuss /​ -fehlbetrag 0,00
64.177.433,35 56.677.433,35
2.316.142.039,56 1.211.725.089,88
1. Eventualverbindlichkeiten
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 7.650,00 7.650,00
2. andere Verpflichtungen
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 22.761.344,00 216.826.719,00

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2020 und für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2019

01.01.-31.12.2020
EURO EURO
1. Zinserträge
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 15.290.417,68
(davon Zinsaufwand aus Einlagenfazilität EUR 2.982.936,17; Vj. EUR 1.941.245,35)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 351.420,71
15.641.838,39
2. Zinsaufwendungen -5.608.014,90 21.249.853,29
(davon Zinsertrag aus Negativverzinsung: EUR 6.042.960,40, Vj. EUR 3.442.958,35)
3. Laufende Erträge
(davon lfd. Ertr. aus Aktien u. and. nicht festverzinsl. Wertpapieren: EUR 3.394.324,18; Vj. EUR 654.020,95) 3.394.324,18
5. Provisionserträge 160.648.723,36
6. Provisionsaufwendungen 28.000.854,13 132.647.869,23
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.184.733,40
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 15.230.660,06
ab) soziale Abgaben 2.191.667,11 17.422.327,17
darunter für Altersversorgung EUR 21.221,62; Vj. EUR 4.131,95)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 53.475.504,02
70.897.831,19
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen 438.482,36
12. sonstige betriebliche Aufwendungen 592.148,58
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen 6.265.320,80
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Ford. und best. WP 1.217.493,68
15. Abschreibungen u. Wertberichtigungen auf Beteiligungen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 719.618,75
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an VBU u. wie AV behandelten Wertpapieren 0,00
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 80.780.872,10
20. Außerordentliche Erträge 10.785,85
21. Außerordentliche Aufwendungen 9.610.315,30
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.442.543,21
24. Sonstige Steuern 75.335,12
26. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 67.663.464,32
27. Jahresüberschuss /​-fehlbetrag 0,00
30. Bilanzgewinn/​ -verlust 0,00
0,00
01.01.-31.12.2019
EURO EURO
1. Zinserträge
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 9.331.406,04
(davon Zinsaufwand aus Einlagenfazilität EUR 2.982.936,17; Vj. EUR 1.941.245,35)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 84.437,97
9.415.844,01
2. Zinsaufwendungen -2.966.025,14 12.381.869,15
(davon Zinsertrag aus Negativverzinsung: EUR 6.042.960,40, Vj. EUR 3.442.958,35)
3. Laufende Erträge
(davon lfd. Ertr. aus Aktien u. and. nicht festverzinsl. Wertpapieren: EUR 3.394.324,18; Vj. EUR 654.020,95) 654.020,95
5. Provisionserträge 87.346.431,83
6. Provisionsaufwendungen 23.446.514,10 63.899.917,73
8. Sonstige betriebliche Erträge 2.173.874,30
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 13.453.402,02
ab) soziale Abgaben 1.956.923,08 15.410.325,10
darunter für Altersversorgung EUR 21.221,62; Vj. EUR 4.131,95)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 44.260.534,96
59.670.860,06
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen 419.337,32
12. sonstige betriebliche Aufwendungen 440.229,44
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen 2.344.749,74
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Ford. und best. WP 781.378,77
15. Abschreibungen u. Wertberichtigungen auf Beteiligungen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an VBU u. wie AV behandelten Wertpapieren 591.144,37
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 17.607.028,71
20. Außerordentliche Erträge 47.780,12
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 406.429,00
24. Sonstige Steuern 60.820,00
26. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 17.187.559,83
27. Jahresüberschuss /​-fehlbetrag 0,00
30. Bilanzgewinn/​ -verlust 0,00
0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020

der flatex Bank AG

Frankfurt am Main

Eingetragen beim Amtsgericht Frankfurt am Main

HRB 105687

1 Grundlagen der Rechnungslegung

Der Jahresabschluss der flatex Bank AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) erstellt.

Die Gliederungen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den Formblättern der RechKredV.

Die Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist im Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurte am Main unter der Nr. HRB 105687 eingetragen.

In Wien unterhält die Bank eine Niederlassung. Sie ist im Handelsregister Wien unter der Firmenbuch-Nr. FN 334642 eingetragen.

Die flatex Bank AG ist eine 100 %-ige Tochter der flatex Finanz GmbH und nicht kapitalmarktorientiert. Die Bank stellt keinen Konzernabschluss auf.

Mit der flatex Finanz GmbH, Frankfurt (Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 109785), als herrschendem Unternehmen wurde am 20. Oktober 2017 eine Gewinnabführung vereinbart.

Die Gesellschaft wird als Enkelunternehmen in die nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschlüsse der flatexDEGIRO AG, Frankfurt am Main, die als Muttergesellschaft den Konzernabschluss aufstellt einbezogen.

Mit Anteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 28. Dezember 2018 wurde ein 100 %iger Anteil an der factoring.plus.GmbH, Leipzig, von den bisherigen Gesellschaftern mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. Dezember 2018 erworben (Urkunde Nr. 155/​2018, Notarin Dr. Annette Bödeker, Frankfurt).

Die Ausweis- und Gliederungsbestimmungen wurden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften befolgt.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Abschluss wurde unter der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Berichtsjahr fortgeführt. Die Barreserve ist zum Nennwert bilanziert.

Forderungen an Kreditinstitute werden zum Nominalwert, einschließlich aufgelaufener Zinsen bis zum Bilanzstichtag, aktiviert.

Forderungen an Kunden werden zu Anschaffungskosten bewertet. Allen erkennbaren Einzelrisiken im Kundenkreditgeschäft wurde durch die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen analog den Regelungen des IFRS 9 Rechnung getragen.

Sonstige Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennwert angesetzt. Sie enthalten unter anderem Forderungen aus Lieferungen- und Leistungen. Ausfallrisiken daraus wurde durch Bildung von angemessenen Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Wertberichtigungen wurden von den sonstigen Forderungen abgesetzt.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind vollständig dem Anlagevermögen zugeordnet. Die Bewertung erfolgt nach dem gemilderten Niederstwertprinzip. Soweit dauerhafte Wertminderungen eingetreten sind, wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. In Vorjahren angekaufte Schuldverschreibungen werden zu Nominalwerten bilanziert, die sich zwischen Anschaffungskosten und Nominalwertbilanzierung ergebenen Abweichungen werden als Agio bzw. Disagio bilanziert und pro rata temporis auf die Laufzeit der Schuldverschreibungen verteilt. Zum Bilanzstichtag ergaben sich bei Gegenüberstellung von Marktwert und Buchwert stille Lasten sowie stille Reserven.

Entgeltlich erworbene Immaterielle Anlagewerte werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer (1-9 Jahre) linear unter Ansatz der jeweils zulässigen steuerlichen Höchstsätze abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten bewertet und planmäßig über die jeweilige Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerliche Nutzungsdauer (1-9 Jahre) linear pro rata temporis abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden in Analogie der steuerrechtlichen Regelung gemäß § 6 Absatz 2a EStG abgeschrieben.

Rechnungsabgrenzungsposten werden gemäß § 250 HGB gebildet. Die Auflösung erfolgt entsprechend dem Aufwand bzw. dem Ertrag der Rechnungsperiode.

Der Ansatz der Pensionsverpflichtungen erfolgt zum notwendigen Erfüllungsbetrag. Im Hinblick auf eine zukunftsorientierte Verpflichtungsbewertung werden geschätzte Steigerungsraten mit einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.

Bei der Ermittlung einer Pensionsverpflichtung wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren angewendet. Die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen erfolgte zum 31. Dezember 2020 einheitlich unter Anwendung eines Zinssatzes von 2,3 % (Vorjahr: 2,71 %) sowie einer unveränderten Rentendynamik von 1 %.

Ferner beinhaltet der Posten zwei beitragsorientierte Leistungszusagen, welche wie wertpapiergebundene Versorgungszusagen behandelt werden. Nach § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB sind Pensionsrückstellungen, soweit sich die Höhe von Altersversorgungsverpflichtungen ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren des Anlagevermögens i.S.v. § 266 Abs. 2 A.III.5. HGB bestimmt, zum beizulegenden Zeitwert dieser Wertpapiere anzusetzen, soweit er einen garantierten Mindestbetrag übersteigt, d.h. die Wertansätze der Wertpapiere und der betreffenden Versorgungsverpflichtungen korrespondieren. Der garantierte Mindestbetrag ist als notwendiger Erfüllungsbetrag der Garantieleistungen anzusehen. Vergleiche IDW Stellungnahme HFA 30 Randziffer 71 i. V. m. Randziffer 68.

Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen wird, in Anwendung des § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB, der zum Stichtag ermittelte Zeitwert des hierfür gehaltenen Deckungsvermögens (versicherungsmathematisch ermittelter Aktivwert der Ansprüche aus entsprechenden Rückdeckungsversicherungen) mit den entsprechenden Rückstellungen aus Altersversorgung verrechnet. Der sich ergebende passive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung wird als eigener Bilanzposten ausgewiesen.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren betrug zum Bilanzstichtag TEUR 36 (Vorjahr: TEUR 35). Der Wert fällt unter die Ausschüttungssperre.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 1 S. 2 HGB mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bilanziert. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen in Höhe der allgemeinen Inflationsrate berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Die Rückstellungen wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für die Abzinsung wurden die Zinssätze nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) gemäß den monatlich veröffentlichten Zinssätzen der Deutschen Bundesbank zugrunde gelegt.

Gemäß IDW RS BFA 3 wurde zum Bilanzstichtag auf Basis einer barwertigen Betrachtungsweise unter Berücksichtigung voraussichtlich noch anfallender Risiko- und Verwaltungskosten nachgewiesen, dass aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuchs) kein Verpflichtungsüberschuss besteht. Somit war die Bildung einer Rückstellung nach § 340a i.V.m. § 249 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 HGB nicht erforderlich.

Aus den Unterschieden zwischen der Handels- und Steuerbilanz resultieren ausschließlich Abweichungen, die zu aktiven latenten Steuern führen. Aufgrund des Aktivierungswahlrechts gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird auf die Bilanzierung latenter Steuern – wie auch im Vorjahr – verzichtet. Die Abweichungen betreffen im Wesentlichen den Fonds für allgemeine Bankrisiken.

Das Eigenkapital wurde zum Nennwert bilanziert.

Der Posten Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB berücksichtigt alle erkennbaren Risiken und entspricht nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung der Höhe nach den allgemeinen Risiken eines Kreditinstitutes.

Die Umrechnung der im Jahresabschluss enthaltenen auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Schulden sowie der Aufwendungen und Erträge in Euro erfolgt gemäß § 256a HGB i. V. m. § 340h HGB. Aktiv- und Passivwerte entsprechen den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank.

Es bestehen folgende auf ausländische Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden:

31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Forderungen an KI 30.829 9.969
Forderungen an Kunden 1.137 1.406
sonstige Vermögensgegenstände 14 26
Verbindlichkeiten ggü. KI 14.756 5.492
Verbindlichkeiten ggü. Kunden 9.615 3.885
sonstige Verbindlichkeiten 0 0

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Erträge und Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position 5 ausgewiesen.

Eventualverbindlichkeiten werden zum Nennwert ausgewiesen.

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des sogenannten Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertiger Ansatz genutzt. Aus der Bewertung ergibt sich keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung.

Erträge und Aufwendungen werden zeitanteilig abgegrenzt und in der Periode erfolgswirksam er-fasst, der sie wirtschaftlich zugerechnet sind . Die Bemessung der Erträge erfolgt grundsätzlich in Höhe der Gegenleistung. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden unter Berücksichtigung aller vertraglichen Vereinbarungen im Zusammenhang mit den finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten im Zinsüberschuss erfasst.

Provisionen für Leistungen, die über einen bestimmten Zeitraum erbracht werden, werden über die Periode der Leistungserbringung erfasst. Gebühren, die mit der vollständigen Erbringung einer bestimmten Dienstleistung verbunden sind, werden zum Zeitpunkt der vollständig erbrachten Dienstleistung erfasst (zum Beispiel Provisionserträge aus dem Wertpapierhandel).

Fremdwährungsbeträge werden gemäß den nach den §§ 256a, 340h HGB geltenden Vorschriften zum Kassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Alle übrigen Posten werden zum Nennwert bilanziert.

Anfallende negative Zinserträge aus Geldhandelsgeschäfte (Geldanlagen) werden als Ab-zugsposten unter den Zinserträgen ausgewiesen. Negative Zinsaufwendungen aus Geldhandels-geschäften (Geldaufnahmen) vermindern die Zinsaufwendungen.

Die Erträge werden in Deutschland sowie in Österreich erzielt. Die geographische Aufgliederung der Erträge und Aufwendungen ergibt sich wie folgt:

Deutschland Österreich
TEUR TEUR
Zinserträge 14.469 1.172
Zinsaufwendungen 4.838 770
laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 3.394 0
Provisionserträge 140.642 20.006
Provisionsaufwendungen -25.697 -2.303
sonstige betriebliche Erträge 6.751 2
Personalaufwand -17.362 -60
andere Verwaltungsaufwendungen -49.008 -4.467
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagegüter und Sachanlagen -437 -1
sonstige betriebliche Aufwendungen -586 -5.575
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -5.947 -75
Erträge aus der Zuschreibung von Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 974 0
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere -720 0
Erträge aus der Zuschreibung zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0 0
außerordentliches Ergebnis -9.600 0
Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.161 -2.281
sonstige Steuern -75 0
Ergebnis vor Gewinnabführung 60.475 7.188

3 Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Postenübergreifende Angaben

3.1.1 Anteile an verbundenen Unternehmen

Die am 30. Dezember 2018 mittels Anteilskauf- und Abtretungsvertrag erworbene factoring.plus.GmbH, Leipzig, wurde im Berichtsjahr mittels Verschmelzungsvertrag vom 01. September 2020 rückwirkend auf den 01. Januar 2020 auf die Flatex Bank AG verschmolzen. Der im Vorjahr ausgewiesene Anteilswert von TEUR 240 an der factoring.plus.GmbH ist somit in Folge der Gesamtrechtsnachfolge untergegangen.

3.1.2 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Bezüge und Kredite der Organe

Organkredite i.S.d. § 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredV bestehen gegenüber der flatexDEGIRO AG in Höhe einer Dispositionslinie von TEUR 8.500 (Vorjahr: TEUR 1.000), welche zum Bilanzstichtag mit TEUR 4.982 (Vorjahr: TEUR 0) in Anspruch genommen wurde sowie Avalen über TEUR 285 (Vorjahr: TEUR 232). Die im Vorjahr gewährten langfristigen Kredite in Höhe von TEUR 2.565 sowie TEUR 5.700 mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2029 an die ehemalige Tochtergesellschaft factoring.plus.GmbH sind durch die Verschmelzung der Gesellschaft auf die Flatex Bank AG untergegangen, ebenfalls eine kurzfristige Inanspruchnahme über TEUR 2.726. Haftungsverhältnisse wurden nicht eingegangen. Termingeschäfte wurden nicht getätigt.

Forderungen ggü. Kunden

Die Forderungen an verbundene Unternehmen aus Darlehen (Vorjahr: TEUR 5.291) gegenüber der factoring.plus.GmbH bestehen durch die Verschmelzung nicht mehr.

Sonstige Vermögensgegenstände

Gegen verbundene Unternehmen bestehen zum Bilanzstichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 1.921 (Vorjahr: TEUR 5.939). Die Gesamtsumme des Vorjahres beinhaltet in Höhe von TEUR 5.700 Forderungen aus einem abstrakten (konstitutiven) Schuldanerkenntnis der Tochtergesellschaft factoring.plus.GmbH, welches durch die Verschmelzung der Gesellschaft mit der Bank durch Rechtsnachfolge untergegangen ist.

Aktive Rechnungsabgrenzung

Dieser Posten beinhaltet mit TEUR 12.471 (Vorjahr: 24) abgegrenzte Aufwendungen gegenüber der flatexDEGIRO AG, welche innerhalb eines Jahres fällig sind.

Verbindlichkeiten ggü. Kunden

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 9.673 (Vorjahr: TEUR 14.826), davon aus Kontokorrentverbindlichkeiten TEUR 4.673 (Vorjahr: 9.635) sowie einer Sicherheit in Höhe von TEUR 5.000.

Sonstige Verbindlichkeiten

Dieser Posten beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 853 (Vorjahr: TEUR 1.611) sowie Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung in Höhe von TEUR 28.663 (Vorjahr: TEUR 17.188).

3.2 Barreserve

Die Barreserven und Zentralbankeinlagen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 666.854 auf TEUR 1.065.195.

3.3 Forderungen an Kreditinstitute

Die Restlaufzeit der anderen Forderungen an Kreditinstitute setzt sich wie folgt zusammen:

Laufzeit 31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Bis 3 Monate 77.289 37.738
> 3 Monate bis 1 Jahr 0 25.071
> 1 Jahr 0 0
> 5 Jahre 0 0
unbestimmte Laufzeit 0 0
77.289 62.809

3.4 Forderungen an Kunden

Die Restlaufzeit der Forderungen an Kunden setzt sich wie folgt zusammen:

Laufzeit 31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Bis 3 Monate 679.154 227.528
> 3 Monate bis 1 Jahr 142.897 107.576
> 1 Jahr 58.327 96.381
> 5 Jahre 4.420 13.605
884.798 445.090

Die Forderungen an Kunden beinhalten Forderungen mit unbestimmter Laufzeit in Höhe von TEUR 219.353 (Vorjahr: TEUR 137.254), ferner wurden Kassenkredite an Kommunen in Höhe von insgesamt TEUR 370 (Vorjahr: TEUR 14.056) gewährt. Diese Darlehen valutieren mit Laufzeiten bis 3 Monate mit TEUR 9 (Vorjahr: TEUR 11.159); 3 Monate bis ein Jahr mit TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 2.527); ein Jahr bis fünf Jahre mit TEUR 145 (Vorjahr: TEUR 145) sowie über fünf Jahre mit TEUR 188 (Vorjahr: TEUR 225).

3.5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Unter den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind börsenfähige und -notierte Wertpapiere in Höhe von nominal TEUR 93.747 (Vorjahr: TEUR 65.897) enthalten, die in Höhe von TEUR 88.500 (Vorjahr: TEUR 60.650) bei der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltung Frankfurt am Main, beleihbar sind.

Der Buchwert der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere belief sich zum Stichtag auf TEUR 90.384 (Vorjahr: TEUR 61.592), der beizulegende Zeitwert betrug TEUR 89.727 (Vorjahr: TEUR 61.491).

Bei der Bewertung zum strengen Niederstwertprinzip hätten Abschreibungen in Höhe von TEUR 615 (Vorjahr: TEUR 144) vorgenommen werden müssen. Auf die Erfassung der Abschreibungen wurde gesetzeskonform verzichtet, da die Wertpapiere bis zur Endfälligkeit gehalten werden und insoweit keine dauerhafte Wertminderung entsteht.

Bei der Gegenüberstellung von Kurswert und Bilanzwert (ohne abgegrenzte Zinsen) zum Bilanzstichtag ergeben sich Kursreserven in Höhe von insgesamt TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 52).

Davon sind börsenfähige Wertpapiere als Sicherheit mit einem Nominalwert von insgesamt TEUR 13.201 (Vorjahr: TEUR 10.153) wie folgt hinterlegt:

31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Eurex 8.049 4.105
CFD-Handel 2.666 2.802
FX-Handel 0 0
Wertpapierleihe 857 2.787
Engagementkontrolle 1.629 459
13.201 10.153

Die Restlaufzeit der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren setzen sich wie folgt zusammen:

Laufzeit Nominale 31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Bis 3 Monate 14.247 16.997
> 3 Monate bis 1 Jahr 34.500 40.400
> 1 Jahr 45.000 8.500
93.747 65.897

3.6 Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere

Die Bestände in Höhe von TEUR 94.933 (Vorjahr: TEUR 110.699) setzen sich aus der Anlage eines Spezialfonds (Vorjahr: insgesamt dreier Investmentfonds) in Höhe von TEUR 19.961 (Vorjahr: TEUR 44.953) sowie einem Immobilienfonds in Höhe von TEUR 58.492 (Vorjahr: TEUR 50.000) und einem Infrastrukturfonds in Höhe von TEUR 16.480 (Vorjahr TEUR: 15.746) zusammen.

Die Bank hält aktuell Anteile an einem (Vorjahr: drei) Investmentfonds des Asset Managers nordIX. Dabei handelt es sich um den Publikumsfonds „nordIX Basis UI“, welcher auf einer marktneutralen Anlagestrategie basiert. Der Fonds investiert ausschließlich in sogenannte „Negative Basis Trades“. Dabei werden gleichzeitig eine Anleihe und ein oder mehrere zugehörige Absicherungsinstrumente erworben, um darüber weitestgehend ökonomische Risiken zu eliminieren und eine annähernd risikofreie Rendite zu erzielen. Weiterhin hielt die Bank seit 2017 Investmentanteile am Publikumsfonds „nordIX Treasury plus“ in Höhe von TEUR 4.990 sowie Investmentanteile am Fonds „nordiX Basis Trades“ über TEUR 19.298, welche im Berichtsjahr in drei Tranchen veräußert wurden. Dabei wurden Kursverluste von TEUR 424 (Vorjahr: Kursgewinn TEUR 591) realisiert. Zum Bilanzstichtag ergaben sich bei der Gegenüberstellung von Marktwert (TEUR 19.564; Vorjahr: TEUR 44.486) und Buchwert (TEUR 19.961; Vorjahr: TEUR 44.953) stille Lasten für den „nordiX Basis UI“ in Höhe von TEUR 397 (Vorjahr: TEUR 377; „nordiX Basis Trades“ TEUR 139). Beim Infrastrukturfonds ergaben sich – wie auch im Vorjahr- stille Reserven in Höhe von TEUR 148 (Vorjahr: TEUR 59). Beim „nordiX Treasury Plus“ wurden im Vorjahr stille Reserven in Höhe von TEUR 50 ausgewiesen. Für den Immobilienfonds ergaben sich stille Lasten in Höhe von TEUR 460. Auf die Erfassung der Abschreibungen wurde gesetzeskonform verzichtet, da die Fonds langfristig dem Unternehmen dienen werden und insoweit keine dauerhafte Wertminderung entsteht.

Im Berichtsjahr schüttete der „nordiX Basis UI“ einen Betrag von TEUR 99 (Vorjahr: TEUR 552) aus. Ferner erhielt die Bank im Wirtschaftsjahr 2020 drei Ausschüttungen des Infrastrukturfonds in Höhe von TEUR 240 (Vorjahr: TEUR 102) sowie erstmalig aus den Immobilienfonds in Höhe von TEUR 3.055. Die Fonds werden im Anlagebuch der Bank gehalten und gemäß mildem Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten bilanziert.

Beim Immobilienfonds besteht eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten zum 30. September eines Jahres. Beim Infrastrukturfonds (Anteil 9,52 %) ist eine Rückgabe an die KVG ausgeschlossen. Bei den anderen Fonds bestehen keine Beschränkungen einer täglichen Rückgabemöglichkeit.

3.7 Treuhandvermögen und Treuhandverbindlichkeiten

Die flatex Bank AG ermöglicht es interessierten Anlegern über ihre Finanzplattform www.flatex.de Festgeldanlagen unter der Marke ZINSPILOT im europäischen Ausland zu tätigen. Die flatex Bank AG fungiert als Servicebank ggü. ihren Kunden und führt deren Anlageentscheidungen im fremden Namen auf fremde Rechnung treuhänderisch aus. Neuanlagen werden nicht mehr vermittelt und die bestehenden Treuhandvermögen werden auftragsgemäß abgewickelt.

31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Treuhandforderungen
Forderungen an Kreditinstitute 7.366 91.689
Treuhandverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten ggü. Kunden 6.366 90.189
sonstige Treuhandverbindlichkeiten 1.000 1.500

3.8 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im nachfolgenden Anlagengitter dargestellt:

ZUSAMMENSETZUNG UND ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS UND DER KUMULIERTEN ABSCHREIBUNGEN IN DEM ZEITRAUM VOM 1. JAN UAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2020

der flatex Bank AG

HISTORISCHE ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
Stand am 01.01.2020 Zugang Verschmelzung Summe 01.01.2020 Zugänge Abgänge
EURO EURO EURO
I. Wertpapiere im Anlagenbestand
Wertpapiere im Anlagenbestand 61.765.533,59 0,00 61.765.533,59 87.466.096,98 58.579.110,00
NordiX und andere Fonds 110.698.712,00 0,00 110.698.712,00 9.614.000,00 25.379.782,17
Summe Wertpapiere im Anlagenbestand 172.464.245,59 0,00 172.464.245,59 97.080.096,98 83.958.892,17
II. Anteile an verbundenen Unternehmen
11104001 Anteile an VBU 240.023,65 0,00 240.023,65 0,00 0,00
Anteile an verbundenen Unternehmen 240.023,65 0,00 240.023,65 0,00 0,00
III. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben
11400006 Konzessionen, Lizenzen und ähnliche Rechte 57.568,42 0,00 57.568,42 0,00 1,53
11400008 EDV-Software 1.744.766,53 8.400,00 1.753.166,53 0,00 42.954,54
11400008 EDV-Software, selbst geschaffene gew.Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
11430001 Geleistete Anzahlungen auf immat. Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
11400009 Kundenbeziehungen/​ Markenrechte 1.733.523,17 0,00 1.733.523,17 0,00 0,00
Summe immat. Vermögensgegenstände 3.535.858,12 8.400,00 3.544.258,12 0,00 42.956,07
IV. Sachanlagen
11580001 Einrichtungen in fremden Gebäuden 645.099,86 0,00 645.099,86 130.023,44 0,00
11600001 EDV-Hardware 505.757,02 0,00 505.757,02 46.860,89 101.418,89
11600002 Telefonanlage 40.963,60 0,00 40.963,60 0,00 2.018,53
11630001 Büroeinrichtung 375.778,89 0,00 375.778,89 4.662,92 0,00
11660001 PKW 21.000,00 0,00 21.000,00 0,00 0,00
11680001 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
11690001 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung 222.253,00 0,00 222.253,00 0,00 1.516,28
11690002 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung GAA 59.953,46 0,00 59.953,46 0,00 37.146,20
11690003 GWG bis 800 EUR 54.101,95 4.932,84 59.034,79 16.216,86 3.887,40
11690004 GWG Sammelposten 150-1000 EUR 21.174,47 0,00 21.174,47 0,00 0,00
0,00 0,00
Summe Sachanlagen 1.946.082,25 4.932,84 1.951.015,09 197.764,11 145.987,30
Summe Anlagevermögen gesamt 178.186.209,61 13.332,84 178.199.542,45 97.277.361,09 84.147.835,54
HISTORISCHE ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN ENTWICKLUNG DER KUMULIERTEN ABSCHREIBUNGEN
Umbuchungen Stand am 31.12.2020 Stand am 01.01.2020 Zugang Verschmelzung Summe 01.01.2020
EURO EURO EURO
I. Wertpapiere im Anlagenbestand
Wertpapiere im Anlagenbestand 0,00 90.652.520,57 173.286,00 0,00 173.286,00
NordiX und andere Fonds 0,00 94.932.929,83 0,00 0,00 0,00
Summe Wertpapiere im Anlagenbestand 0,00 185.585.450,40 173.286,00 0,00 173.286,00
II. Anteile an verbundenen Unternehmen
11104001 Anteile an VBU 0,00 240.023,65 0,00 0,00 0,00
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 240.023,65 0,00 0,00 0,00
III. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben
11400006 Konzessionen, Lizenzen und ähnliche Rechte 0,00 57.566,89 8.789,22 24.325,20 33.114,42
11400008 EDV-Software 0,00 1.710.211,99 1.598.112,20 14.781,33 1.612.893,53
11400008 EDV-Software, selbst geschaffene gew.Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
11430001 Geleistete Anzahlungen auf immat. Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
11400009 Kundenbeziehungen/​ Markenrechte 0,00 1.733.523,17 0,00 975.108,17 975.108,17
Summe immat. Vermögensgegenstände 0,00 3.501.302,05 1.606.901,42 1.014.214,70 2.621.116,12
IV. Sachanlagen
11580001 Einrichtungen in fremden Gebäuden 0,00 775.123,30 455.708,29 0,00 455.708,29
11600001 EDV-Hardware 0,00 451.199,02 495.425,61 1.551,41 496.977,02
11600002 Telefonanlage 0,00 38.945,07 26.405,60 0,00 26.405,60
11630001 Büroeinrichtung 0,00 380.441,81 264.011,26 6.095,63 270.106,89
11660001 PKW 0,00 21.000,00 0,00 12.544,00 12.544,00
11680001 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
11690001 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung 0,00 220.736,72 140.404,13 5.673,87 146.078,00
11690002 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung GAA 0,00 22.807,26 43.665,46 0,00 43.665,46
11690003 GWG bis 800 EUR 0,00 71.364,25 47.998,95 6.103,00 54.101,95
11690004 GWG Sammelposten 150-1000 EUR 0,00 21.174,47 21.174,47 0,00 21.174,47
0,00
Summe Sachanlagen 0,00 2.002.791,90 1.494.793,77 31.967,91 1.526.761,68
Summe Anlagevermögen gesamt 0,00 191.329.568,00 3.274.981,19 1.046.182,61 4.321.163,80
ENTWICKLUNG DER KUMULIERTEN ABSCHREIBUNGEN
Abschreibungen Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12.2020
EURO EURO EURO
I. Wertpapiere im Anlagenbestand
Wertpapiere im Anlagenbestand 95.557,00 0,00 0,00 268.843,00
NordiX und andere Fonds 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Wertpapiere im Anlagenbestand 95.557,00 0,00 0,00 268.843,00
II. Anteile an verbundenen Unternehmen
11104001 Anteile an VBU 240.023,65 0,00 0,00 240.023,65
Anteile an verbundenen Unternehmen 240.023,65 0,00 0,00 240.023,65
III. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben
11400006 Konzessionen, Lizenzen und ähnliche Rechte 8.282,00 1,53 0,00 41.394,89
11400008 EDV-Software 60.748,00 38.782,54 0,00 1.634.858,99
11400008 EDV-Software, selbst geschaffene gew.Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00 0,00
11430001 Geleistete Anzahlungen auf immat. Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00
11400009 Kundenbeziehungen/​ Markenrechte 216.691,00 0,00 0,00 1.191.799,17
Summe immat. Vermögensgegenstände 285.721,00 38.784,07 0,00 2.868.053,05
IV. Sachanlagen
11580001 Einrichtungen in fremden Gebäuden 60.732,46 0,00 0,00 516.440,75
11600001 EDV-Hardware 7.429,89 101.418,89 0,00 402.988,02
11600002 Telefonanlage 5.153,00 951,53 0,00 30.607,07
11630001 Büroeinrichtung 25.034,92 0,00 0,00 295.141,81
11660001 PKW 3.500,00 0,00 0,00 16.044,00
11680001 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
11690001 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung 25.668,00 1.505,28 0,00 170.240,72
11690002 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung GAA 3.260,00 37.146,20 0,00 9.779,26
11690003 GWG bis 800 EUR 21.149,70 3.887,40 0,00 71.364,25
11690004 GWG Sammelposten 150-1000 EUR 0,00 0,00 0,00 21.174,47
Summe Sachanlagen 151.927,97 144.909,30 0,00 1.533.780,35
Summe Anlagevermögen gesamt 773.229,62 183.693,37 0,00 4.910.700,05
RESTBUCHWERTE
Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2020
EURO EURO
I. Wertpapiere im Anlagenbestand
Wertpapiere im Anlagenbestand 61.592.247,59 90.383.677,57
NordiX und andere Fonds 110.698.712,00 94.932.929,83
Summe Wertpapiere im Anlagenbestand 172.290.959,59 185.316.607,40
II. Anteile an verbundenen Unternehmen
11104001 Anteile an VBU 240.023,65 0,00
Anteile an verbundenen Unternehmen 240.023,65 0,00
III. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben
11400006 Konzessionen, Lizenzen und ähnliche Rechte 24.454,00 16.172,00
11400008 EDV-Software 131.873,00 75.353,00
11400008 EDV-Software, selbst geschaffene gew.Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00
11430001 Geleistete Anzahlungen auf immat. Vermögensgegenstände 0,00 0,00
11400009 Kundenbeziehungen/​ Markenrechte 758.415,00 541.724,00
Summe immat. Vermögensgegenstände 914.742,00 633.249,00
IV. Sachanlagen
11580001 Einrichtungen in fremden Gebäuden 189.391,57 258.682,55
11600001 EDV-Hardware 8.780,00 48.211,00
11600002 Telefonanlage 14.558,00 8.338,00
11630001 Büroeinrichtung 105.672,00 85.300,00
11660001 PKW 8.456,00 4.956,00
11680001 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
11690001 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung 76.175,00 50.496,00
11690002 Sonst. Betriebs-/​Geschäftsausstattung GAA 16.288,00 13.028,00
11690003 GWG bis 800 EUR 0,00 0,00
11690004 GWG Sammelposten 150-1000 EUR 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 419.320,57 469.011,55
Summe Anlagevermögen gesamt 173.865.045,81 186.418.867,95

3.9 Sonstige Vermögensgegenstände

Die in der Bilanz ausgewiesenen sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Es werden Steuerforderungen in Höhe von insgesamt TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 26) ausgewiesen. Sicherheitsleistungen belaufen sich auf insgesamt TEUR 11.190 (Vorjahr: TEUR 13.960) und sind im Wesentlichen für Devisengeschäfte hinterlegt.

3.10 Währungsvolumina

Die von der Bank getätigten FX-Geschäfte resultieren im Wesentlichen aus den Wertpapierkommissionsgeschäften der Kunden mit auf andere als EURO lautender Währung.

Währung Kauf Anzahl Geschäfte Kauf gerundet auf 1.000 in jeweiliger Währung Kauf Vorjahr Anzahl Geschäfte Kauf Vorjahr gerundet auf 1.000 in jeweiliger Währung
CAD 44.986 96.062 22.862 48.857
CHF 4.115 35.961 1.080 11.650
GBP 588 17.193 363 5.880
SEK 354 92.108 172 39.715
USD 234.073 827.632 114.534 334.957
Währung Verkauf Anzahl Geschäfte Verkauf gerundet auf 1.000 in jeweiliger Währung Verkauf Vorjahr Anzahl Geschäfte Verkauf Vorjahr gerundet auf 1.000 in jeweiliger Währung
CAD 36.200 72.379 16.068 34.172
CHF 5.043 36.269 2.328 21.453
GBP 368 7.646 238 6.498
SEK 231 49.182 255 115.770
USD 193.418 653.344 93.113 331.422

3.11 Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von insgesamt TEUR 13.756 (Vorjahr: TEUR 1.293) beinhalten in Höhe von TEUR 12.471 (Vorjahr: TEUR 24) abgegrenzte Aufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen, welche innerhalb eines Jahres fällig sind.

3.12 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der Posten beinhaltet zwei beitragsorientierte Leistungszusagen, welche wie wertpapiergebundene Versorgungszusagen behandelt werden. Nach § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB sind Pensionsrückstellungen, soweit sich die Höhe von Altersversorgungsverpflichtungen ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren des Anlagevermögens i.S.v. § 266 Abs. 2 A.III.5. HGB bestimmt, zum beizulegenden Zeitwert dieser Wertpapiere anzusetzen, soweit er einen garantierten Mindestbetrag übersteigt, d.h. die Wertansätze der Wertpapiere und der betreffenden Versorgungsverpflichtungen korrespondieren. Bei dem im Vorjahr ausgewiesenen aktiven Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 6 ergab sich im Berichtsjahr ein passiver Überhang und somit ein Ausweis unter den Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen.

31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 173 377
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 173 371
Ausweis aktivischer Unterschiedsbetrag 0 6

3.13 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist gegenüber Kreditinstituten haben ausschließlich eine Restlaufzeit bis 3 Monate.

3.14 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben ausschließlich kurzfristigen Charakter.

3.15 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Steuern 23.540 5.011
Übrige Verbindlichkeiten 31.758 19.591
55.298 24.602

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die übrigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die unter Punkt 3.1 weiter erläutert werden.

3.16 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden mit entsprechendem Planvermögen verrechnet. Es wird erstmalig ein passivischer Überhang in Höhe von TEUR 14 ausgewiesen.

3.17 Steuerrückstellungen

Im Berichtsjahr weist die Flatex Bank AG Steuerrückstellungen aus der Aufdeckung stiller Reserven der factoring.plus.GmbH in Höhe von TEUR 1.162 aus. Die weiteren Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 1.945 (Vorjahr: TEUR 343) betreffen die Niederlassung in Österreich.

3.18 Rückstellungen

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Rückstellungen für Boni und Tantieme, Berufsgenossenschaft und Ausgleichsabgaben gemäß Schwerbehindertengesetz, Urlaubsansprüche, ausstehende Rechnungen und Provisionszahlungen an Vertragspartner, Beiträge und Prüfungskosten sowie Jahresabschlusskosten.

Rückstellungen Stand 31.12.2019 Stand 01.01.2020 Zuführung aus Verschmelzung Stand 01.01.2020 Verbrauch
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Boni, Tantieme und Gehälter 900 900 900 731
Berufsgenossenschaft + SchwbG 65 65 1 66 65
Urlaubsansprüche 100 100 6 106 106
ausstehende Rechnungen 2.820 2.820 73 2.893 2.563
Provisionen Vertragspartner 1.060 1.060 1.060 165
Beiträge und Prüfungen 662 662 14 676 598
Rechts- u. Beratung 533 533 533 527
Jahresabschlusskosten 176 176 45 221 213
Ertragsteuern 636 636 636 635
Pensionen 0 0 0
6.952 6.952 139 7.091 5.603
Rückstellungen Auflösung Umgliederung Zuführung Auf-/​ Abzinsungen gem. § 253 II HGB Stand 31.12.2020
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Boni, Tantieme und Gehälter 169 0 1.200 1.200
Berufsgenossenschaft + SchwbG 1 0 66 66
Urlaubsansprüche 0 92 92
ausstehende Rechnungen 54 -10 5.207 3 5.476
Provisionen Vertragspartner 17 0 30 5 913
Beiträge und Prüfungen 64 0 434 448
Rechts- u. Beratung 16 10 434 434
Jahresabschlusskosten 8 0 164 164
Ertragsteuern 1 0 3.106 3.106
Pensionen 15 15
330 0 10.748 8 11.914

3.19 Fonds für allgemeine Bankrisiken

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB beläuft sich unverändert auf TEUR 10.000. Dieser dient insbesondere der Schaffung von langfristigem Risikodeckungskapital im Hinblick auf die strategische Ausrichtung des Kreditbuches der Bank.

3.20 Eigenkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital der flatex Bank AG beträgt zum 31. Dezember 2020 EUR 8.468.023,00 und war zum Bilanzstichtag eingeteilt in 8.468.023 auf den Namen lautende Stückaktien.

Die Anteile werden zu 100 % von der flatex Finanz GmbH, Frankfurt am Main gehalten.

Die Kapitalrücklage wurde im Berichtsjahr um TEUR 7.500 erhöht und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 40.062.

Die Gewinnrücklagen haben sich aufgrund des Gewinnabführungsvertrages mit der Muttergesellschaft flatex Finanz GmbH gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Zinserträge

Die Zinserträge beinhalten mit TEUR 13.499 (Vorjahr: TEUR 7.836) Zinserträge aus dem Lombardgeschäft sowie aus dem wachsenden Bestandsvolumen im Kreditgeschäft. Die Zinserträge aus dem Factoring konnten gegenüber dem Vorjahr signifikant um TEUR 1.839 auf TEUR 4.447 gesteigert werden (Vorjahr: TEUR 2.608). Dies ist im Wesentlichen auf die Ausweitung von versicherten Fußballfinanzierungen zurückzuführen. Aus Anlagen bei institutionellen Kreditplattformen generierte die Bank Zinsen in Höhe von TEUR 141 (Vorjahr: TEUR 347). Zinserträge gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf TEUR 32 (Vorjahr: TEUR 357). Im Berichtsjahr entstanden Zinsaufwendungen aus Einlagen bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von TEUR 2.983 (Vorjahr: TEUR 1.941), welche atypisch in den Zinserträgen ausgewiesen und mit diesen verrechnet wurden.

4.2 Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen beinhalten Zinserträge aus der Negativverzinsung der Kundeneinlagen in Höhe von TEUR 6.043 (Vorjahr: TEUR 3.443). Die positiven Zinserträge aus dem Passivgeschäft werden in Analogie zu den Zinsaufwendungen der Bank aus der Einlagenfazilität mit dem Zinsaufwand verrechnet. Die Zinsaufwendungen für Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 28) wurden gem. § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit Zinserträgen in Höhe von TEUR 7 des Planvermögens (Vorjahr: TEUR 6) verrechnet.

4.3 Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren

Im Berichtsjahr erhielt die Bank Ausschüttungen aus den vor ihr gehaltenen Fondsanteilen in Höhe von TEUR 3.394 (Vorjahr: TEUR 654).

4.4 Provisionsüberschuss

Der Provisionsüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr um circa 107,6 % auf TEUR 132.648 (Vorjahr: TEUR 63.900). Die positive Entwicklung ist unter anderem auf die gestiegene Volatilität während der Corona Pandemie und die erfolgreiche Partnerschaft im Brokerage- Kerngeschäft mit unseren Premiumpartnern zurückzuführen.

4.5 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten mit TEUR 312 (Vorjahr: TEUR 1.119) Erträge aus weiterbelasteten Dienstleistungen an die Vertragspartner, obendrein sind in Höhe von TEUR 330 (Vorjahr: TEUR 134) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. Ferner beinhaltet der Posten TEUR 311 (Vorjahr: TEUR 259) aus der Gestellung von Firmenwagen, TEUR 82 wegen Verjährung ausgebuchter Verbindlichkeiten, Mietminderung für Vorjahre TEUR 21 sowie mit TEUR 75 (Vorjahr: TEUR 20) Erträge aus abgewickelten Schadensfällen.

4.6 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die Kostensteigerung gegenüber dem Vorjahr basiert im Wesentlichen auf erhöhte Personalaufwendungen sowie Neukundenwachstum und Sponsoring Borussia Mönchengladbach.

4.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Berichtszeitraum TEUR 592, nach TEUR 440 im Vorjahr. Der Anstieg war maßgeblich bedingt durch die Abbildung möglicher Abwicklungsrisiken im Bereich des Kerngeschäftes Brokerage.

4.8 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

Für notleidende Forderungen bildet die Bank Einzelwertberichtigungen. Bei der Berechnung werden die zukünftig erwarteten Zahlungsströme sowie zur Verfügung stehende Sicherheiten einbezogen. Im Rahmen vorsichtiger Bewertung und vor dem Hintergrund teilweise beeinträchtigter Entwicklung durch die Corona-Pandemie wurden neben einer Einzelwertberichtigung von TEUR 1.700 (Vorjahr: TEUR 132) gegenüber einem Debitor aus dem Geschäftsbereich B2B Factoring (davon keine Fußballfinanzierungen) Einzelwertberichtigungen für Forderungen gegenüber Kunden über TEUR 1.466 (Vorjahr: TEUR 797) gebildet. Im Zusammenhang mit dem Fall Wirecard sind Mitte des Jahres nach Veröffentlichung des Betrugsfalles und anschließendem Kurseinbruch der Wirecard Aktie mehrere hundert Unterdeckungen bei Lombard/​flex Kunden entstanden. Dabei wurden im größeren Umfang mit den jeweiligen Kunden einvernehmliche Rückzahlungsvereinbarungen zum Ausgleich der Unterdeckungen abgeschlossen. Die Überziehungen konnten bis auf 49 laufende Einzelfälle zum Ende des Jahres 2020 weitgehend zurückgeführt werden. In diesem Rahmen wurden weitere Einzelwertberichtigungen in Höhe von insgesamt TEUR 552 gebildet.

Für pauschalierte Einzelwertberichtigungen (erwartete Kreditausfälle, unabhängig vom tatsächlich eintretenden Wertberichtigungsaufwand) wurden auf 1-Jahres-Sicht TEUR 313 (Vorjahr: TEUR 570) veranschlagt und des Weiteren TEUR 389 (Vorjahr: TEUR 629) in die Risikovorsorge 2 (Ermittlung für die Gesamtlaufzeit) eingestellt. Ferner beinhaltet der Posten Forderungsausfälle in Höhe von TEUR 618 (Vorjahr: TEUR 2), die in wesentlichen Teilen aus dem B2B Factoring-Geschäft (davon keine Fußballfinanzierungen) resultieren und denen erhebliche Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen gegenüberstehen.

Angesichts des bedeutenden Wachstums des Kreditvolumens kann eine weiterhin hohe Qualität des Portfolios konstatiert werden.

Der Aufwand für Kreditversicherungen beläuft sich im Berichtsjahr auf TEUR 1.118 (Vorjahr: TEUR 307).

Abschreibungen auf Wertpapiere wurden mit einem von Gesamtbetrag von TEUR 96 (Vorjahr: TEUR 5) gebucht.

4.9 Erträge aus der Zuschreibung von Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

Im Berichtsjahr wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 798 (Vorjahr: TEUR 781) ergebniswirksam aufgelöst. Ferner verbuchte die Bank im Berichtszeitraum Zahlungseingänge aus in Vorjahren abgeschriebenen Forderungen in Höhe von TEUR 419 (Vorjahr: TEUR 6). Aus dem Verkauf von Fondsanteilen konnte die Gesellschaft im Vorjahr TEUR 591 generieren.

4.10 Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren

Diese Position enthält mit TEUR 720 (Vorjahr: TEUR 0) Verluste aus den Verkäufen diverser Fondsanteile im Berichtsjahr.

4.11 Außerordentliches Ergebnis

Mit Verschmelzungsvertrag vom 01. September 2020 zwischen der flatex Bank AG als übernehmendem Rechtsträger und der factoring.plus.GmbH als übertragendem Rechtsträger übernahm die flatex Bank AG das in der Bilanz der factoring.plus.GmbH ausgewiesene negative Eigenkapital in Höhe von TEUR 9.370 und schrieb gleichfalls ihre Beteiligung in Höhe von TEUR 240 zu 100 % ab. Ferner wurden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 38) wegen Verjährung ergebniswirksam ausgebucht.

5 Sonstige Angaben

5.1 Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Es bestehen zum 31. Dezember 2020 -wie auch im Vorjahr-Bürgschaften in Höhe von TEUR 8. Gründe für eine Inanspruchnahme sind nicht ersichtlich; die flatex Bank AG schließt dies aus dem jahrelang bestehenden Obligo ohne Inanspruchnahme.

Die unwiderruflichen nicht ausgenutzten Kreditzusagen in einer Gesamthöhe von TEUR 22.761 resultieren aus forderungsbasierten Finanzierungen (TEUR: 12.217), asset based Finanzierungen (TEUR: 42), sonstigen Finanzierungen (TEUR: 6.982) sowie Fonds (TEUR: 3.520). Die im Vorjahr ausgewiesenen nicht ausgenutzten Kreditzusagen (TEUR: 216.827) resultierten im Wesentlichen aus Wertpapierkreditvereinbarungen mit Kunden, bei denen die Kredite durch Depotbestände der Kunden, beispielsweise Aktien und Anleihen, vollständig besichert sind (Lombardkredite). Lombardkredite sind im Jahr 2020 nicht mehr Bestandteil der unwiderruflichen Kreditzusagen, da diese Kredite täglich kündbar sind.

5.2 Finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB bestehen im Wesentlichen gegenüber der flatexDEGIRO AG und betreffen einen Rahmenvertrag über IT-Leistungen sowie einen weiteren Vertrag bezüglich diverser Dienstleistungen der flatexDEGIRO AG. Sie betragen insgesamt TEUR 57.085 (Vorjahr: TEUR 28.072). Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen in Höhe von TEUR 3.009 (Vorjahr: TEUR 2.455).

5.3 Ausschüttungsgesperrte Beträge

Die folgende Tabelle zeigt die zum 31. Dezember 2020 ausschüttungsgesperrten Beträge.

31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR
Aktivierte selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens 0 16
Unterschiedsbetrag zwischen durchschnittlichem Marktzins von 10 und 7 Jahren zur Abzinsung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen 36 35
36 51

Die ausschüttungsgesperrten Beträge unterliegen keiner Abführungssperre in Bezug auf die Gewinnabführung, da sie durch frei verfügbare Rücklagen gedeckt sind.

5.4 Beschäftigte

Im Durchschnitt des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden 234 (Vorjahr: 208) Mitarbeiter beschäftigt.

Gruppe weibliche Mitarbeiter männliche Mitarbeiter
Vollzeitbeschäftigte 94 112
Teilzeit 16 2
leitende Angestellte und Prokuristen ohne Vorstand 2 8
112 122

5.5 Organmitglieder und -bezüge

Die Vorstandsmitglieder der flatex Bank AG sind:

Frank Niehage, Vorstandsvorsitzender, zuständig für Markt

Frankfurt am Main

Darüber hinaus wurde Herr Frank Niehage am 20. August 2020 zum Aufsichtsratsmitglied der DEGIRO B.V., Amsterdam bestellt.

Jörn Engelmann, Vorstand, zuständig für Marktfolge

Frankfurt am Main

Steffen Jentsch, Vorstand, zuständig für IT

Frankfurt am Main ab 25. August 2020

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft bestand im Berichtsjahr aus den folgenden Mitgliedern:

Martin Korbmacher, Frankfurt Geschäftsführer Event Horizon Capital & Advisory GmbH sowie der arsago ACM GmbH Vorsitz des Aufsichtsrates
Hans-Peter Peters, Bad Homburg Diplom Volkswirt/​Banken Stellvertretender Vorsitz des Aufsichtsrates
Stefan Müller, Kulmbach Leiter Finanzen der Börsenmedien AG Mitglied des Aufsichtsrates

Es wird von der Befreiung nach § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht und auf die Angabe der gewährten Bezüge des Vorstands verzichtet.

Die Aufwendungen für Aufsichtsratsvergütungen betrugen TEUR 210 (Vorjahr: TEUR 246).

5.6 Vorschüsse und Kredite an Organe des Mutterunternehmens

Vorschüsse oder Kredite wurden nicht gewährt.

5.7 Abschlussprüferhonorar

Vom Wahlrecht gemäß § 285 Nr. 17 HGB wurde Gebrauch gemacht. Demzufolge wird das Abschlussprüferhonorar im Konzernabschluss der flatexDEGIRO AG ausgewiesen.

5.8 Ergebnisverwendung

Der Überschuss des Geschäftsjahres beträgt vor Gewinnabführung EUR 67.663.464,32. Dieser wird gemäß Gewinnabführungsvertrag vom 20. Oktober 2017 an die Muttergesellschaft flatex Finanz GmbH, Frankfurt am Main abgeführt.

5.9 Kapitalrendite gem. § 26a Abs. 1 S. 4 KWG

In § 26a KWG wird die Kapitalrendite als Quotient aus Nettogewinn und durchschnittlicher Bilanzsumme definiert. Die Berechnung der Kapitalrendite findet aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages mit der flatex Finanz GmbH keine Anwendung.

5.10 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)

Es haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres keine Vorgänge ereignet, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind.

 

Frankfurt am Main, den 16. Februar 2021

Frank Niehage

Jörn Engelmann

Steffen Jentsch

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020

der flatex Bank AG

Frankfurt am Main

Eingetragen beim Amtsgericht Frankfurt am Main

HRB 105687

Inhaltsverzeichnis

1 Wirtschaftsbericht

1.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

1.2 Geschäftsverlauf

1.2.1 Geschäftsfelder der flatex Bank AG

1.2.2 Wesentliche Entwicklungen des Geschäftsfeldes Online-Brokerage (B2C)

1.2.3 Wesentliche Entwicklungen des Geschäftsfeldes Business-to-Business (B2B)

1.2.4 Entwicklung des Geschäftsfeldes Credit & Treasury (C&T)

1.3 Ertragslage

1.4 Vermögens- und Finanzlage

2 Risikobericht

2.1 Risikosteuerung allgemein

2.2 Risikosteuerung in Produkten und Geschäftsfeldern

3 Investitionen

4 Personalangelegenheiten

5 Bestehende Niederlassungen

6 Chancen und Risikobericht

7 Prognosebericht

8 Nachtragsbericht

9 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

1 Wirtschaftsbericht

1.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft

Die Entwicklung der weltweiten Wirtschaftskonjunktur im Berichtsjahr 2020 war deutlich durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Nach dem weltweiten Ausbruch des Virus Anfang des Jahres, sank das globale Bruttoinlandsprodukt zunächst historisch zur Mitte des Jahres um 10% gegenüber dem Vorjahresultimo. Besonders stark betroffen waren die fortgeschrittenen Volkswirtschaften, was sich durch den starken Rückgang des internationalen Handels um ca. 18% und den massiven Einbruch des internationalen Reiseverkehrsaufkommen zeigt. Anders verhält es sich bei Schwellenländern wie China sowie weiteren Ländern aus dem asiatischen Raum, welche durch eine schnellere und erfolgreichere Pandemiebekämpfung sowie die Erfahrung aus früheren Epidemien den starken Abschwung besser kontrollieren konnten. Bedingt durch diverse Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen im Sommer stiegen die Produktion sowie die privaten Konsumausgaben wieder stark an. Der Einzelhandelsumsatz konnte sogar das Vorkrisenniveau übertreffen. Überdies hat der Onlinehandel nach einer konstant starken Entwicklung in den letzten Jahren einen zusätzlichen Schub erfahren.1

Nach den in den meisten Volkswirtschaften durchgeführten Lockerungen im Sommer, haben sich, bedingt durch eine zweite oder vereinzelt sogar dritte Infektionswelle die jeweiligen Regierungen wieder entschieden, diese aufzuheben und erneut Lockdowns zu verhängen. Dadurch wird die wieder erstarkte Wirtschaft erneut geschwächt. Trotzdem wird davon ausgegangen, dass der Rückgang verhältnismäßig gering sein wird, da man bereits Erfahrungen sammeln konnte und Lösungen parat hat. Nicht zuletzt aufgrund der neu entwickelten Impfstoffe sieht man die Entwicklung positiver, jedoch mit einem erhöhten Grad der Unsicherheit. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. prognostiziert nach einem globalen Wirtschaftseinbruch im Jahr 2020 von -4% ein Wachstum von +4,5% im Jahr 2021. Dabei wird angenommen, dass die US-Wirtschaft bereits 2021 ihr Vorkrisenniveau erreichen wird, während die meisten europäischen Länder noch ein weiteres Jahr benötigen.2

Neben der COVID-19-Pandemie als stärkstem Risikofaktor hat das Thema Brexit auch weiterhin die Wirtschaft, besonders innerhalb der EU im Jahr 2020 beschäftigt. Zum Jahresausklang 2020 konnte man sich doch noch im letzten Moment einigen, was sich doch noch positiv auf die Handelsaktivitäten zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich auswirken wird, verglichen mit einem Scheitern der Verhandlungen. Nach der Wahl Joe Bidens zum neuen US-Präsidenten wird zudem erwartet, dass sich der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und ihren Handelspartnern in Zukunft entschärfen wird.3

1 ifo Institut (Hg.): ifo Konjunkturprognose Winter 2020: Das Coronavirus schlägt zurück – erneuter Shutdown bremst Konjunktur aus. 73. Jg. Sonderausgabe. Dezember 2020
2 Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (Hg.): IW-Trends 4/​2020 – Aufschwung nach der Winterstarre: IW-Konjunkturprognose und Konjunkturumfrage Winter 2020, 47. Jg. Nr. 1
3 KfW Research (Hg.): KfW-Konjunkturkompass: Hoffnung auf kräftige Konjunkturerholung nach schwierigem Winter. 24. November 2020

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Die COVID-19-Pandemie führte in Deutschland zum stärksten Einbruch der Wirtschaftsleistung in einem Quartal seit Beginn der vierteljährlichen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Jahr 1970. Durch den starken Anstieg im Sommer wird von einem realen Bruttoinlandsprodukt mit einer Zuwachsrate von -5,1% für das Jahr 2020 ausgegangen, welche vergleichbar mit der im Jahr 2009 während der Finanzkrise ist. Eine nachhaltige Erholung wird nicht vor Anfang 2022 erwartet. Im Vergleich zu anderen Ländern konnte der Abschwung in Deutschland durch Arbeitslosengeld, sowie Kurzarbeitergeld und neu geschaffene Maßnahmen teilweise abgefangen werden. Die Arbeitslosenquote lag bei rund 5,9%. Der erhoffte Effekt eines Konsumanstiegs durch die Senkung der Umsatzsteuer blieb aus. Ein positiver Effekt der Pandemie war der rasche Ausbau und Entwicklung der Digitalisierung. Diese Entwicklung, soll auch in Zukunft weiter vorangetrieben werden, da nun auch Schwachstellen in Bereichen wie Bildungswesen, Behörden und im Gesundheitswesen aufgezeigt wurden. Zusätzlich soll vermehrt auf eine klimaneutrale Wirtschaft gesetzt werden.4

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die COVID-19-Pandemie hielt auch auf den Finanzmärkten Einzug und beeinflusste diese deutlich. Der DAX stieg Anfang 2020 mit 13.386 Punkten ein und erreichte in der ersten Corona-Welle Mitte März einen Tiefpunkt von 8.442 Punkten. Nach einem starken Zuwachs und einer kleinen Erholung Ende Oktober notierte der Index am letzten Handelstag 2020 mit einer Jahresperformance von +2,5% schlussendlich bei 13.719 (+333) Punkten. Für die anderen deutschen Indizes verlief die Entwicklung naturgemäß ähnlich. So stieg der SDAX sogar um 16,8%, während der MDAX einen Anstieg von 7,6% verzeichnete. Betrachtet man nun die weltweit wichtigsten Indizes in Europa, Asien und Amerika, konnten ebenfalls durchgehend positive Entwicklungen festgestellt werden. Der MSCI World, welcher die Wertentwicklung von ca. 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen misst, konnte mit einem zweistelligen prozentualen Anstieg von +13,2% aufwarten. Trotz der anhaltenden Pandemie sind die Prognosen an den Aktienmärkten für das aktuelle Jahr positiv. Viele Unternehmen haben die Pandemie genutzt, um Abschreibungen vorzunehmen und ihre Kosten zu senken, was zukünftig zu deutlich höheren Margen führt. Für 2021 und 2022 erwarten die DAX-Konzerne einen Gewinnanstieg von 30%, beziehungsweise 15%.5

Im Gegensatz zu 2019, hat der Euro im Jahr 2020 gegenüber dem US-Dollar deutlich aufgewertet. Zu Beginn des Berichtsjahres notierte der Euro noch bei USD 1,12 und landete zum Jahresende bei USD 1,22 (+8,9% im Vergleich zum Vorjahr). M.M.Warburg prognostizierte für die die ersten Monate des Jahres 2021 eine Seitwärtsbewegung.6

4 Sachverständigenrat (Hg.): Jahresgutachten 2020/​21. November 2020
5 M.M.Warburg & CO (Hg.): Kapitalmarktperspektiven. Januar 2021.
6 M.M.Warburg & CO (Hg.): Kapitalmarktperspektiven. Januar 2021.

Auch der Ölmarkt war pandemiebedingt stark unter Druck geraten. Der starke Fall des Ölpreises bis Ende März auf bis zu USD 29,9 für ein Fass der Sorte Brent Crude Oil endete zum Jahresende bei USD 51,61 (-22,1% im Vergleich zum Vorjahr). Haupttreiber war der starke Rückgang der Industrieproduktion und der damit verbundenen Ölnachfrage. Die Rohöllager waren teilweise bis zur Kapazitätsgrenze gefüllt. Trotz der wieder stärkeren Wirtschaftsaktivität konnte das Vorjahresniveau nicht mehr erreicht werden.7

Der Rat der Europäischen Zentralbank beschloss im Dezember 2020 das im März gestartete Pandemie-Notfallankaufprogramm (Pandemie Emergency Purchase Programme, PEPP) von ursprünglich EUR 750 Mrd. auf insgesamt EUR 1.850 Mrd. auszuweiten und hat den Zeithorizont des Programms bis mindestens Ende März 2022 festgelegt. Der Einlagenzins für Banken soll unverändert bei -0,5% bleiben.8

Das niedrige Zinsniveau europäischer Anleihen blieb weiterhin bestehen. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte zum Jahresende bei -0,57%.

1.2 Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2020 wickelte die flatex Bank AG insgesamt 25,315,100 Wertpapier- und CFD-Transaktionen ab. Die Zahl, der von der flatex Bank AG betreuten Kunden stieg auf 907.762 und schließt 460.721 Kunden von der DEGIRO B.V. ein, die in der zweiten Jahreshälfte 2020 in die Bank migriert wurden. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 verwaltete die Bank EUR 20,1 Mrd. Assets under Administration (EUR 2,1 Mrd. Kundeneinlagen sowie EUR 18,0 Mrd. Depotvolumen). Weitere 53.311 Kunden (rd. +13,6%) werden im Rahmen eines BPO im Auftrag anderer Kreditinstitute betreut.

Die Gegenüberstellung der vom Vorstand aufgestellten Prognosen für den aktuellen Berichtszeitraum mit den tatsächlich erreichten Kennzahlen ist in folgender Abbildung dargestellt:

in Stück PLAN 2020 IST 2020
Anzahl Kunden > 480.000 907.762*
Anzahl Transaktionen > 15.000.000 25.315.100**
EBITDA (TEUR) > 35.000 84.877**

* inkl. 460.721 migrierte DEGIRO-Kunden
** exkl. DEGIRO

Das Jahr 2020 war durch folgende Aktivitäten gekennzeichnet:

Hohe Marktvolatilität und starkes Neukundenwachstum

Neben einer Reihe weiterer Auslöser (US-Wahl, Brexit) haben vor allem die Corona-Pandemie und die direkten Maßnahmen, die zu ihrer Eindämmung ergriffen wurden, zu einer massiven Erhöhung der Volatilität an den Aktienmärkten beigetragen. Für Anleger ergab sich hieraus naturgemäß eine gestiegene Anzahl an Handelsopportunitäten. Dies führte direkt zu einem deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Handelsaktivität der Kunden.

7 IfW Kiel (Hg.): Kieler Konjunkturberichte – Weltwirtschaft im Winter 2020. Dezember 2020
8 Europäische Zentralbank (Hg.): Pressemitteilung – Geldpolitische Beschlüsse. https:/​/​www.ecb.eropa.eu/​press/​pr/​date/​2020/​html/​ecb.mp201210~8c2778b843.de.html . 09.01.2021

Bestehende langfristige Trends sind durch Maßnahmen, die im Zusammenhang mit COVID-19 getroffen wurden, nochmals weiter beschleunigt worden. Durch die Schließung von Bankfilialen im Rahmen von Lockdown-Maßnahmen nahm die generelle Akzeptanz von Online-Banking und – Brokerage weiter spürbar zu. Bei weiten Teilen der Bevölkerung führten die Maßnahmen dazu, einen größeren Fokus auf ihre finanzielle Absicherung und Zukunftsplanung zu legen und mehr Zeit in ihre persönliche Finanzplanung zu investieren. Als Konsequenz dieses nachhaltig gestiegenen Interesses verzeichnete die gesamte Branche im Allgemeinen, und die flatex Bank sowie der flatexDEGIRO-Konzern im Besonderen, einen hohen Zuwachs an Neukunden. Gemeinsam mit der gestiegenen durchschnittlichen Handelsaktivität der Kunden resultierte hieraus ein besonders starker Anstieg der Transaktionszahlen im Jahr 2020.

Vollständige Digitalisierung aller flatex Kundenantragsprozesse

Im vorangegangenen Geschäftsjahr wurde ein vollkommen digitaler Antragsprozess entwickelt, mit welchem eine Kontoeröffnung innerhalb von fünf Minuten erfolgen kann und der gewonnene Kunde unmittelbar im Anschluss seine persönlichen Zugangsdaten auf elektronischem Weg übermittelt bekommt. Dieser neue CCI (Client Check In)-Prozess kommt seit Anfang des vierten Quartals 2020 bei allen Neukunden in Deutschland und Österreich zum Einsatz. Neben einer signifikanten Steigerung des Kundenerlebnisses und der Erschließung neuer Zielgruppen (Mobile-First-Kunden, Millennials, etc.) entfallen der Druck und Versand der Antragsunterlagen sowie die Postlaufzeiten. Mit diesem Schritt verfolgt der Konzern sein Bestreben, alle Prozesse noch effizienter, skalierbarer und vor allem nachhaltiger zu gestalten.

Mit flatex next nächste Wachstumsphase in Deutschland gestartet

Mit der Einführung von flatex next im November 2020 wurde der Grundstein zur Erschließung eines zusätzlichen Marktpotentials von 1-2 Millionen Neukunden in Deutschland gelegt. Die moderne Benutzerführung, intuitive Prozesse und eine klare Sprache ermöglichen einen einfachen Zugang zu Investitionen in Aktien und ETF-Sparplänen. Eine breit angelegte Marketing-Kampagne mit sehr attraktiven Neukundenangeboten unterstützt die Markteinführung.

Verschmelzung der factoring.plus.GmbH

Die zum 30. Dezember 2018 erworbene factoring.plus.GmbH wurde, wie geplant, rückwirkend zum 01. Januar 2020 in die flatex Bank AG verschmolzen. Im Zuge der Verschmelzung wurde der aufgelaufene Verlustvortrag von TEUR 9.610, welcher aus Forderungen der Bank gegenüber der factoring.plus.GmbH resultierte, als außerordentliche Aufwendung verbucht.

Auflösung des letzten Haftungsdaches

Zum 31. Dezember 2020 hat die flatex Bank im Rahmen ihrer Risikominimierung und Geschäftsfokussierung auf das Brokerage-Geschäft das letzte bestehende Haftungsdachmandat aufgekündigt und ist somit bankaufsichtsrechtlich kein haftendes Unternehmen mehr für vertraglich gebundene Vermittler.

1.2.1 Geschäftsfelder der flatex Bank AG

Die flatex Bank AG unterteilt ihre geschäftlichen Aktivitäten in die operativen Geschäftsfelder Online-Brokerage (B2C), Business-to-Business (B2B), sowie Credit & Treasury (C&T).

Das Haupt-Geschäftsfeld B2C umfasst Produkte und bankfachliche Dienstleistungen für die in den Konzern einbezogenen eigenen Marken „flatex“ und „ViTrade“ sowie die Bereitstellung von Cash-Bankkonten für Kunden der Konzerntochter DEGIRO B.V..

Innerhalb des Geschäftsfeldes B2B bietet die flatex Bank AG ihren Partnern das komplette Produktspektrum einer Vollbank als Outsourcing-Lösung an. Die Bank tritt dabei nach außen nicht auf, sondern führt alle Prozesse im Namen der jeweiligen Partner durch. Zentrale Leistungsbestandteile der flatex Bank AG sind die Wertpapierabwicklung und die technisch vollautomatisierte Transaktionsabwicklung (General Clearing Member, GCM). Weiterhin werden als BPO Dienstleistungen im Bereich Employee Participation, Cash Management und Payments angeboten.

Das Geschäftsfeld „Credit & Treasury“ spiegelt das Anlagegeschäft sowie das konservativ und auf grundsätzlich besicherter Basis betriebene Kreditgeschäft wider.

Die Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:

Veränderung
2020 in% 2019
Operatives Geschäft
ausgeführte Transaktionen Anzahl 25.315.100 106,2 12.274.525
Anzahl Kunden Anzahl 907.762* 146,6 368.133
Transaktionen je Kunde/​Jahr Anzahl 62,11** 66,6 37,28
Betreutes Kundenvermögen MEUR 20.115 37,9 14.586
davon: Depotvolumen MEUR 18.044 32,7 13.600
davon: Einlagevolumen MEUR 2.071 110,0 986
EBITDA TEUR 84.877 253,7 23.791

* inkl. 460.721 migrierte DEGIRO-Kunden
** exkl. DEGIRO-Kunden

1.2.2 Wesentliche Entwicklungen des Geschäftsfeldes Online-Brokerage (B2C)

Mit flatex und ViTrade gehören zwei etablierte und erfolgreiche Online-Broker-Marken zur flatex Bank AG. Alle Online-Broker-Marken haben sich auf das beratungslose Wertpapiergeschäft spezialisiert und wenden sich dabei an aktive, gut informierte Trader und Investoren, die eigenverantwortlich handeln. Weiterhin werden für die Whitebox GmbH Dienstleistungen im Rahmen der Konto-/​Depotverwahrung und des Brokerages erbracht. Die Kunden der DEGIRO B.V. werden sukzessive auf die flatex Bank AG migriert, die bankfachliche Abwicklung erfolgte im abgelaufenen Geschäftsjahr noch weitestgehend eigenständig in Verantwortung der DEGIRO B.V., sodass die Wertpapiertransaktionen unter der Marke „DEGIRO“ nicht der flatex Bank AG zuzurechnen waren.

Die Zahl, der unter den Marken flatex und ViTrade sowie für die Whitebox GmbH ausgeführten Wertpapier- und CFD-Transaktionen hat sich gegenüber dem Vorjahr mit 23.429.820 Transaktionen mehr als verdoppelt (rd. +108,7%).

Die Anzahl der betreuten B2C-Brokerage-Kunden stieg um 169,3% von 317.783 im Jahr 2019 auf 855.688 im Jahr 2020. Infolge der COVID-19-Pandemie ist eine Beschleunigung der Digitalisierung im Bereich Banking eingetreten, welche auch bei flatex und DEGIRO zu einem signifikantem Kundenanstieg geführt hat. Eine sehr hohe Abwicklungsqualität/​-stabilität in Zeiten starker Marktvolatilität hat den Qualitätsanspruch des Konzerns bestätigt und zu einem weiteren deutlichen Kundenanstieg beigetragen. Um die Markenbekanntheit von flatex und DEGIRO nachhaltig zu steigern, hat der Konzern als neuer Hauptsponsor von Borussia Mönchengladbach, einem international erfolgreichen und traditionsreichen Bundesligaverein, einen wichtigen strategischen Partner gefunden.

Das verwahrte Depot- und Einlagenvolumen stieg 2020 um ca. EUR 5,5 Mrd. (rd. +37,9%) auf nunmehr ca. EUR 20,1 Mrd. Neben dem starken organischen Kundenwachstum unter der Marke flatex ist dies auch der Migration und Bereitstellung von Bankkonten für DEGIRO-Kunden zurückzuführen.

Für das folgende Geschäftsjahr wird mit einer geringeren Volatilität als 2020 gerechnet, infolge dessen auch die Anzahl Transaktionen je Kunde sich leicht reduzieren wird. Zur Erreichung der Vision 2025 der Konzernmutter flatexDEGIRO AG, die Kundenbasis auf über drei Millionen Kunden zu steigern und über 100 Millionen Transaktionen pro Jahr abzuwickeln, wurden bereits die ersten Schritte eingeleitet. Mit flatex next erfolgte im Dezember 2020 die Einführung einer innovativen, benutzerfreundlichen und einfach verständlichen Bedienungsoberfläche, mit welcher eine Demokratisierung des Brokerage-Geschäftes vorangetrieben werden soll. Mit weiteren Produktinnovationen sowie breitgefächerten Marketingkampagnen werden im Jahr 2021 Maßnahmen umgesetzt werden, welche die Marktführerschaft von flatex und DEGIRO in einer Vielzahl europäischer Länder festigen und ausbauen werden.

Ebenso werden auch die strukturellen Voraussetzungen erarbeitet und sukzessive umgesetzt, um im Zusammenwirken im Konzern die identifizierten Synergiepotentiale zu realisieren.

1.2.3 Wesentliche Entwicklungen des Geschäftsfeldes Business-to-Business (B2B)

General Clearing Member (GCM)/​Business Process Outsourcing (BPO)

Für eine Wertpapierhandelsbank aus Deutschland erbringt die flatex Bank AG als Kooperationspartner seit Dezember 2014 die Abwicklung des gesamten Fondsgeschäfts und seit Mitte 2015 die komplette Wertpapierabwicklung. Infolge der gesteigerten Marktvolatilität konnten gleichfalls auch die Transaktionszahlen in diesem Geschäftsbereich gesteigert werden. So wurden 2020 über 1.885.202 Wertpapiertransaktionen als GCM abgewickelt, was einem Anstieg von 85,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Aktivitäten aus der Betreuung der Einlageplattformen bewegen sich mit einem Ergebnisbeitrag von TEUR 914 nahezu unverändert auf Vorjahresniveau (rd. +0,3%). Während einerseits die anhaltende Niedrigzinspolitik sowie der starke Wettbewerb in der Vermittlung von Tages- und Festgeldern einen möglichen Ausbau dämpfen, kann weiterhin ein Trend hin zu wertpapierbasierten Anlageformen beobachtet werden. Infolgedessen wird für das folgende Geschäftsjahr mit einem stagnierendem bis leicht rückläufigen Ergebnisbeitrag gerechnet.

Employee Participation

Die Kooperation mit der Equatex AG konnte durch die Aufnahme eines weiteren Unternehmens- Kunden weiter ausgebaut werden, sodass sich die verwahrten Wertpapierbestände der Bank per 31. Dezember 2020 auf nunmehr ca. EUR 5,9 Mrd. (rd. +55,1 %) gegenüber dem Vorjahresstichtag belaufen. Bereits im Vorjahr erfolgte eine vorzeitige Vertragsverlängerung, mit der eine Ausweitung der bestehenden Dienstleistungen, bei gleichzeitiger Steigerung der Ergebnisbeiträge, einher gegangen ist. Der Vorstand geht weiterhin von einem stabilen Ergebnisbeitrag für die folgenden Jahre aus, welcher durch potenzielle Neuengagements weiter gesteigert werden kann.

Cash Management

Das im Jahr 2011 mit der Prosegur Deutschland GmbH gestartete Geschäft der Bargeldversorgung liefert seit Jahren einen stabilen Ergebnisbeitrag. Nachdem die Zusammenarbeit mit dem Vertragspartner Prosegur im Jahr 2020 durch einen neuen Vertrag bekräftigt wurde, geht man auch zukünftig von stabilen Umsätzen aus.

Institutional Brokerage

Im Dezember 2020 wurde die Kooperation mit der Koch Wertpapier GmbH beendet, sodass nunmehr keine weiteren vertraglich gebundenen Vermittler unter dem Haftungsdach der flatex Bank AG agieren.

1.2.4 Entwicklung des Geschäftsfeldes Credit & Treasury (C&T)

Einlagen

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind zum 31. Dezember 2020 gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres von ca. EUR 950 Mio. auf EUR 2.071 Mio. gestiegen. Dies begründet sich in dem signifikanten Anstieg an Neukunden unter der Marke flatex als auch fortschreitenden Migration der DEGIRO-Kunden, deren Cash-Konten durch die flatex Bank AG verwaltet werden.

Eigene Anlagen

Im Bereich Treasury wird eine breite Diversifikation der Geldanlage u. a. in Tages-/​Festgelder, Bank- und Staatsanleihen, Kassenkredite, Pfandbriefe sowie OGAW- und Spezialfonds verfolgt. Die Berücksichtigung adäquater Adressenausfallrisiken und angemessener Haltedauern liegt hier besonders im Fokus.

Kreditgeschäft

Auch im vorangegangenen Geschäftsjahr erfolgte eine weitere Stärkung des Eigenkapitals in der Bank, sodass die Möglichkeiten der Kreditvergabe kontinuierlich verbessert werden. Ein wesentlicher Teil des Kreditgeschäfts dient der Finanzierung von Einzelkrediten an Kunden der Bank wobei die jeweiligen unterhaltenen Wertpapier-Vermögenswerte der Besicherung dienen. Bei der Umsetzung der Kreditstrategie werden risikoarme Kreditarten mit werthaltiger Besicherung in den Vordergrund gestellt, die keine bedeutsamen Auswirkungen auf das administrative Mengengerüst haben. Die Gruppe hat dazu ihr Kreditbuch um weitere Produkte erweitert, die grundsätzlich durch (re-)finanzierte Forderungen und andere leicht liquidierbare Sicherheiten voll gedeckt sind und eine sehr moderate Duration aufweisen.

Bereits im Jahr 2016 führte die Gruppe erfolgreich ihre „flatex flex“-Kreditlinie ein, die flatex-Kunden einen vollständig besicherten Kredit bei konservativer Beleihung der Depotbestände bietet. Das starke Kundenwachstum spiegelt sich auch im Wachstum der wertpapierbasierten Kredite wider, sodass zum 31. Dezember 2020 das Kreditvolumen an Kunden der Marke flatex und ViTrade auf EUR 219,6 Mio. (rd. +60,6%) gesteigert werden konnte.

Darüber hinaus hat die flatex Bank AG im 4. Quartal 2020 auch die Finanzierung von voll besicherten Wertpapierkrediten an DEGIRO Kunden von einer anderen Bank übernommen. Das ausstehende Kreditvolumen ist zum 31.12.2020 auf EUR 360,0 Mio. angestiegen.

Zum 31. Dezember 2020 hat das voll besicherte Portfolio im Bereich forderungsbasierter Finanzierungen ein Kreditvolumen von EUR 187,4 Mio. ausgewiesen und bewegt sich somit stabil auf Vorjahresniveau (rd. -0,6%). Das Volumen des weiteren Kreditbuches erhöhte sich moderat (+ 10,3 % auf EUR 105,6 Mio.)

Für die nähere Zukunft ist ein weiterhin gezieltes Wachstum im wertpapierbasierten Kreditgeschäft, insbesondere durch die flatex Bank vorgesehen.

1.3 Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2020 schloss mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 80.781 (Vorjahr: TEUR 17.607) ab, welches nach außerordentlichen Aufwendungen und Steuern aufgrund des am 20. Oktober 2017 mit der Muttergesellschaft geschlossenen Gewinnabführungsvertrags in Höhe von TEUR 67.663 abgeführt wird, sodass sich nach sonstigen Steuern ein Bilanzgewinn von TEUR 0 ergibt. Das EBITDA belief sich auf TEUR 84.877 (Vorjahr: TEUR 23.791).

Das Zinsergebnis konnte insbesondere im Bereich Kredit sehr stark gesteigert werden, während im Bereich Treasury die Anlagebedingungen unverändert erschwert sind. Ungeachtet der Zinspolitik der EZB konnten die Zinserträge insbesondere durch den erfolgreichen Ausbau des kommerziellen Kreditbuches, das im Wesentlichen aus voll besicherten Wertpapierkrediten und umfangreich besicherten Spezialkrediten besteht, auf TEUR 21.250 (Vorjahr: TEUR 12.382) gesteigert werden.

Das Provisionsergebnis stieg im Jahresvergleich um rd. 107,6% von TEUR 63.900 auf TEUR 132.648. Die positive Entwicklung ist insbesondere der hohen Marktvolatilität im abgelaufenen Geschäftsjahr bei gleichzeitig starkem Anstieg der Kundenzahl geschuldet. Die erfolgreiche Partnerschaft im Brokerage-Kerngeschäft mit unseren Premiumpartnern hat sich im Verhältnis zum Provisionsergebnis weitestgehend proportional entwickelt, sodass aus diesen Partnerschaften Erträge von TEUR 39.708 (Vorjahr: TEUR 19.184) resultieren.

Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen im Jahresvergleich von TEUR 2.168 auf nunmehr TEUR 1.185. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Beendigung der Kooperation mit dem ehemals gebundenen Vermittler BankM und der damit einhergehenden Weiterbelastungserlöse verbunden.

Diesen Erträgen stehen Aufwendungen in folgenden Bereichen gegenüber. Infolge diverser Neueinstellungen, Gehaltsanpassungen und Rückstellungen für Bonifikationen erhöhte sich der Personalaufwand um rd. 13,1% von TEUR 15.410 auf TEUR 17.422. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind infolge der Wachstumsstrategie und den damit verbundenen Marketingkosten sowie gestiegenen informationstechnologischen und regulatorischen Kosten gegenüber dem Vorjahr um 20,8% auf TEUR 53.476 gestiegen.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft belaufen sich auf TEUR 6.190 (Vorjahr: TEUR 2.345).

Der operative Geschäftsverlauf der Bank war 2020 trotz des weiterhin herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Marktumfeldes äußerst positiv und endete zum wiederholten Mal als das stärkste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte.

1.4 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzstruktur der flatex Bank AG zum Berichtsstichtag entspricht im Wesentlichen der Struktur des Jahres 2019. Geschäftsimmanent hat die flatex Bank AG eine ausgeprägte Passivseite, die durch die hinterlegten Kundeneinlagen geprägt ist.

Forderungen an Kreditinstitute bestehen in Höhe von TEUR 136.206 (31. Dezember 2019: TEUR 76.332). Die Bestände an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren belaufen sich auf TEUR 90.384 (31. Dezember 2019: TEUR 61.592). Festverzinsliche Wertpapiere sind dem Anlagevermögen zugeordnet. Die Forderungen an Kunden erhöhten sich im Jahr 2020 von TEUR 445.090 auf TEUR 884.798 und resultieren im Wesentlichen aus dem gestiegenen Kreditgeschäft an Kunden der flatex, ViTrade und DEGIRO. Die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere sind gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig und belaufen sich auf TEUR 94.933 (31. Dezember 2019: TEUR 110.699). Die Höhe des Postens Immaterielle Anlagewerte beträgt TEUR 633 (31. Dezember 2019: TEUR 120). Es handelt sich hauptsächlich um die aktivierten Kundenbeziehungen (TEUR 542), welche mit der Verschmelzung der factoring.plus.GmbH auf die Bank übergegangen sind. Es wurden aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 13.756 (31. Dezember 2019: TEUR 1.293) ausgewiesen. Die Höhe der Rechnungsabgrenzungsposten ergibt sich im Wesentlichen aus der Abgrenzung laufender Aufwendungen zu verbundenen Unternehmen.

Die zum Bilanzstichtag bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 96.471 (31. Dezember 2019: TEUR 71.694) sind im Wesentlichen auf Aktivitäten in der Abwicklung des Wertpapiergeschäftes zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind infolge des starken Kundenwachstums sowie der begonnenen Migration der DEGIRO-Kundenguthaben zum 31. Dezember 2020 auf TEUR 2.070.802 (31. Dezember 2019: TEUR 949.602) angestiegen. Bilanzunwirksame Verpflichtungen bestehen insbesondere in Form von unwiderruflichen nicht ausgenutzten Kreditzusagen vorwiegend aus dem Lombardkreditgeschäft i.H.v. TEUR 22.761 (im Vorjahr: TEUR 216.827).

Das zum 31. Dezember 2020 ausgewiesene Eigenkapital beläuft sich auf TEUR 64.177 (31. Dezember 2019: TEUR 56.677).

Die Liquiditätslage war zum Bilanzstichtag geordnet, die Gesellschaft konnte jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und wird dies auch in absehbarer Zukunft können.

Die Refinanzierung der Bank ist sowohl kurz- als auch langfristig durch das Einlagengeschäft und auch durch die jederzeitige mögliche Refinanzierung über Lombardkredite bei der EZB und derzeit nicht genutzte Kreditlinien bei anderen Instituten sichergestellt.

Die Liquiditätssteuerung der flatex Bank AG erfolgt durch die Treasury-Abteilung der Bank. Ausgangspunkt ist die Liquiditätsplanung und das damit einhergehende Liquiditätsmanagement. Diese stellen einen zentralen Bestandteil der Unternehmensplanung und -steuerung dar, da sie neben der Identifizierung, Steuerung und Kontrolle der Liquiditätsrisiken die Grundlage für eine effektive Liquiditätssteuerung bilden. Hauptziel des Liquiditätsmanagernents ist es, zu jeder Zeit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Zur Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit erfolgt täglich eine Ermittlung des aktuellen Liquiditätsstatus mit dem Ziel, mögliche Liquiditätsengpässe zu identifizieren.

Die flatex Bank refinanziert sich aktuell weitestgehend aus kurzfristigen Kundengeldern. Infolgedessen ist die Anlage auf der Aktivseite ebenso überwiegend kurzfristig bis mittelfristig veranlagt. Vor diesem Hintergrund ist ein Liquiditätspuffer in Form von Barreserven, Termingeldern und Anleihen vorzuhalten, wobei aktuell min. 20% der Aktiva innerhalb eines Monats verfügbar gehalten werden. Die Höhe des Liquiditätspuffers basiert auf Analysen historischer Zeitreihen und wird jährlich validiert. Darüber wird gewährleistet, dass die Bank auch im Tagesverlauf ihre Liquiditätsverpflichtungen aus dem normalen Geschäft jederzeit einhalten kann.

Mittels täglicher Liquiditätsvorausschauen werden Liquiditätslücken, die u.a. durch Geldabflüsse auf der Kundenseite oder aus dem Wertpapiergeschäft entstehen können, frühzeitig identifiziert, um umgehend Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Im Rahmen der Liquiditätsplanung wird ein effizientes Management des vorzuhaltenden Liquiditätsvorrats und einer sukzessiven Diversifizierung der zur Verfügung stehenden Refinanzierungsquellen verfolgt.

Ergänzend zu den o.g. Darstellungen verweisen wir auf die Passagen zum Liquiditätsrisiko.

2 Risikobericht

2.1 Risikosteuerung allgemein

Risikoposition und Risikosteuerung

Ziel der flatex Bank AG ist als einer der Markt- und Innovationsführer im deutschen und österreichischen Online-Brokerage Markt tätig zu sein. Darüber hinaus ist das Ziel, bankfachliche Dienstleistungen wie die Bereitstellung von Bankkonten oder Vergabe von Wertpapierkrediten an die Kunden der Konzerntochter DEGIRO abzubilden. Neben den stetigen Änderungen im wirtschaftlichen Umfeld der Gesellschaft ist daher auch der Wandel der gesetzlichen beziehungsweise aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für den Unternehmenserfolg von wesentlicher Bedeutung. Die aktuellen Entwicklungen werden permanent beobachtet und sorgfältig analysiert. Der Vorstand bezieht die sich abzeichnenden Chancen und potenziellen Gefahren in seine Geschäfts- und Risikostrategie ein und passt diese bei Bedarf entsprechend an. Die Überwachung und Steuerung von Risiken ist bei der flatex Bank AG zentraler Bestandteil der Führungsinstrumente der Gesellschaft.

Grundsätzlich fördert die flatex Bank AG eine Risikokultur, die sowohl beim Management als auch bei den Mitarbeitern die Beachtung hoher ethischer Standards und ein ausgeprägtes Risikobewusstsein in allen relevanten Geschäftsprozessen sichert. Die Begrenzung von Risiken gehört darüber hinaus für alle Führungskräfte der Bank zu den wesentlichen Zielvorgaben innerhalb ihrer jeweiligen Verantwortungsbereiche. Jede Führungskraft entwickelt in diesem Zusammenhang wirksame aufgabenspezifische Kontrollprozesse und stellt deren laufende Anwendung sicher.

Zur gesamten und übergreifenden Einschätzung, Limitierung und Steuerung von Risiken verfügt die flatex Bank AG über eine separate Abteilung „Risikomanagement“. Die flatex Bank AG ist übergeordnetes Institut des flatexDEGIRO Konzerns und trägt damit auch wesentlich zu den in abteilungs- und konzernübergreifenden Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozessen verankerten Aufgaben der Identifikation, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation von Risiken bei.

Risikoidentifikation und Risikobeurteilung

Die flatex Bank AG verfügt über eine regelmäßige – bei Bedarf auch anlassbezogen aktualisierte- Risikoinventur, bei der sie folgende wesentliche Risikoarten identifiziert hat: Adressenausfall-, Marktpreis-, Zinsänderungs-, operationelles und Liquiditätsrisiko. Dabei erfolgt auch eine Risikobewertung unter Berücksichtigung getroffener risikoreduzierender Maßnahmen sowie der gegebenen Eigenkapitalsituation. Hierzu zählt insbesondere ein Risikoschirm in Form einer Übernahme von Risiken durch die Kooperationspartner und Mandanten der flatex Bank AG. Dabei wird beabsichtigt, dass zwischen der flatex Bank AG und den Kooperationspartnern Risiken entsprechend der Chancen getragen oder mitgetragen werden.

In der Risikoinventur der flatex Bank AG werden die Risikoeinschätzungen über alle als wesentlich eingeschätzten Unternehmensbereiche in konsistenter Weise durchgeführt. Dabei wird eine Einschätzung zu Schadenswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen vorgenommen, die zu einer risikoorientierten Gesamteinschätzung verdichtet wird. Die Analysen dienen insbesondere auch einer frühzeitigen Identifikation sich abzeichnender Risikokonzentrationen, um rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Im Berichtsjahr hat die Bank Ihre Risikostruktur durch den Abbau Ihres Haftungsdaches durch Beendigung Ihrer Kooperation mit dem letzten vertraglich gebundenen Vermittler Koch Wertpapier GmbH weiter gesenkt.

Über die Risikoeinschätzungen der Risikoinventur wird im Rahmen des laufenden Risikoreportings der flatex Bank AG berichtet und dieses regelmäßig mit der Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat erörtert.

Steuerung von Risiken

Die flatex Bank AG führt auf regelmäßiger Basis szenariobasierte Risikotragfähigkeitsrechnungen (inklusive Stresstests) durch, die mögliche Konzentrationsrisiken sowie potenzielle extreme Entwicklungen im (Markt-) Umfeld der Bank berücksichtigen und auch unter ungünstigen Entwicklungen des Umfelds eine angemessene Eigenkapitalausstattung der Bank sicherstellen sollen.

Die Erkenntnisse aus diesen Risikotragfähigkeitsanalysen nutzt die flatex Bank AG, um über ein geeignetes Limitsystem risikobegrenzende und steuernde Vorgaben für das operative Geschäft vorzunehmen. Anpassungen des Limitsystems erfolgen in enger Abstimmung zwischen dem Management und der Abteilung Risikomanagement.

Laufende Überwachungsmaßnahmen sowie ein umfassendes implementiertes System zur Kommunikation von Risiken („Risikoreporting“) stellen sicher, dass sich die von der flatex Bank AG eingegangenen Risiken innerhalb der strategischen Vorgaben und ihrer Risikotragfähigkeit bewegen. Sie ermöglichen darüber hinaus kurzfristige Reaktionen bei sich abzeichnendem Steuerungsbedarf. Im Folgenden wird das dabei herangezogene Überwachungs- und Steuerungsinstrumentarium in Form täglicher und monatlicher Reports näher dargestellt.

Überwachung und Kommunikation

Das Management wird durch tägliche Berichte über die aktuelle Risiko- und GuV-Situation in der flatex Bank AG informiert. Das entsprechende Reporting stellt insbesondere auch eine laufende Ad-hoc-Berichterstattung sicher. Das tägliche Risiko-Cockpit als zentrales (Risiko-) Steuerungsinstrument informiert über die zur Steuerung notwendigen Leistungsindikatoren, Risikokennzahlen und Limit-Nutzungsgrade sowie über die Entwicklung geeigneter Frühwarnindikatoren. Es enthält darüber hinaus Kommentare zu steuerungsrelevanten Sachverhalten und gegebenenfalls Empfehlungen für notwendige Steuerungsimpulse. Weiterhin beinhaltet es für jedes aus Risikoperspektive wesentliche Geschäftsfeld eine Darstellung der erreichten Zielerreichungsgrade auf Monats- und Jahresbasis sowie einen Vergleich zur Vorjahres-GuV Das tägliche und wöchentliche Reporting wird durch den monatlich erstellten „Monthly Risk Report“ („MRR“) ergänzt, der eine monatsbezogene detaillierte Darstellung und Kommentierung der GuV und der Risikosituation der Bank beinhaltet und ergänzende Zusatzanalysen zur Chancen- und Risikosituation der Bank bietet. Der Monthly Risk Report geht unter anderem auch dem Aufsichtsrat der Bank zu und wird in den monatlichen „Finalisierungsmeetings“ mit Management und Aufsichtsrat eingehend erörtert.

Die Risikotragfähigkeit war im Berichtszeitraum jederzeit gegeben. Unmittelbare Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind – auch im Hinblick auf mögliche Konzentrationsrisiken – zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Risikoberichts nicht zu erkennen.

Zur weiteren Reduktion und Optimierung der risikogewichteten Aktiva (RWA) wird die Bank das Spektrum von Kreditminderungstechniken ausweiten.

Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken näher beschrieben, denen sich die Bank im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit ausgesetzt sieht. Dabei werden die unten dargestellten Bewertungsstufen zur Eintrittswahrscheinlichkeit und zum Risikoausmaß angewendet:

Eintrittswahrscheinlichkeit Beschreibung
< 5% sehr gering
> 5 bis 25% gering
> 25 bis 50% mittel
> 50% hoch
Risikoausmaß Beschreibung
gering Begrenzte negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- & Ertragslage, Reputation, < EUR 0,25 Mio.
mittel Einige negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- & Ertragslage, Reputation, > EUR 0,25 Mio.
hoch Beträchtliche Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- & Ertragslage, Reputation, > EUR 1 Mio.
sehr hoch Schädigende negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- & Ertragslage, Reputation, > EUR 15 Mio.

Adressenausfallrisiken

Das Adressenausfallrisiko beschreibt die Gefahr von Verlusten oder entgangenen Gewinnen aufgrund unerwarteter Ausfälle oder nicht vorhersehbarer Bonitätsverschlechterungen von Geschäftspartnern.

Adressenausfallrisiken in der flatex Bank AG resultieren im Treasury zum einen aus sicherheitsorientiert ausgewählten Geldanlagen (u.a. Interbankenanlagen, Länderanleihen, Bankanleihen, Pfandbriefen, Kassenkrediten) beigemischt durch Anlagen in Spezialfonds welche die Branchendiversifikation des Gesamtportfolios der Bank z.B. durch Infrastrukturfinanzierungen und Wohnimmobilienbeteiligungen ergänzen. Die verfolgte Anlage- & Kreditstrategie und die darauf aufbauenden Limit-Ausgestaltungen stellen dabei eine breite Streuung der offenen Positionen sicher, sodass Konzentrationsrisiken eng begrenzt bleiben. Neben einer sicherheitsorientierten Auswahl der Geschäftspartner werden Risiken auch durch eine laufende Überwachung der Bonitäten anhand öffentlich zugänglicher Daten beschränkt. Derzeit erfolgt die Überwachung von Adressenausfallrisiken anhand von CDS-Preisen und Ratingveränderungen auf täglicher Basis und wird täglich an die relevanten Entscheidungsträger übermittelt. Die flatex Bank AG schätzt das Ausmaß der resultierenden Risiken als hoch, die zugehörige Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch als sehr gering ein.

Die Bank ist darüber hinaus Adressenausfallrisiken durch die Vergabe von wertpapierbesicherten Krediten (Lombard- & flex-Kredite) ausgesetzt. Sie stellt dabei durch geeignete Anforderungen an die Wertpapierart, Bonität, Volatilität und Liquidität der als Sicherheit akzeptierten Wertpapiere, konservativ ausgestaltete Beleihungssätze sowie eine laufende Überwachung von Linien und Wertpapieren sicher, dass den von Kunden in Anspruch genommenen Krediten auch im Falle sinkender Kurse ausreichende Wertpapiersicherheiten gegenüberstehen. Im monatlichen Rhythmus erfolgen Szenarioanalysen des besicherten Wertpapierbestandes auf Basis einer VaR-Simulation (99% Konfidenzniveau & 30 Tage Haltedauer) und fließen in die Risikotragfähigkeitsrechnung mit ein. Im realen Stresstest während der COVID-19-Pandemie haben sich unsere konservativen Beleihungen bewährt, obwohl der Gesamtaktienmarkt im 1. Quartal 2020 in der Spitze um über 40% eingebrochen ist hat es hieraus keinen Schadensfall gegeben. Im Zusammenhang mit der Wirecard-Insolvenz hat die Bank mit einzelnen Kunden, deren Eigenkapital durch Verluste mehr als aufgezehrt wurde, Rückzahlungsvereinbarungen getroffen und eventuellen Ausfallrisiken durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der verbleibenden Risiken schätzt die Bank als sehr gering, ein mögliches Schadensausmaß als gering ein.

Adressenausfallrisiken bestehen ebenfalls im diversifizierten True Sale Factoring. Die Factoring- Forderungen sind abgesichert durch Warenkredit- und Veritätsversicherungen großer Versicherungsgesellschaften, daneben bestehen persönliche Haftungen der Mandanten und Sicherheitseinbehalte. Zum Bereich Factoring gehören ebenfalls Fußballclubfinanzierungen welche durch Abtretung von Sponsoren, TV- und Werberechten als auch mittels Kreditausfallversicherungen besichert sind.

Darüber hinaus betreibt die flatex Bank AG ein opportunistisches, umfassend besichertes Kreditportfolio darunter insb. Immobilienfinanzierungen. Die Kredite sind besichert durch Realvermögen, Bürgschaften, Abtretung sonstiger Forderungen und Wertpapiersicherheiten.

Die aufgesetzte diversifizierte Besicherungsstruktur im o.g. Kreditportfolio hat auch in diesem Jahr bewiesen, dass die Bank ein ausgiebiges Haftungsdach aufgebaut hat, um möglichen Ausfällen entgegenzuwirken und die Risiken zu senken.

Das Adressenausfallrisiko im Zusammenhang mit der Tauschkasse und im Geldautomatenbereich wurde durch entsprechende Versicherungspolicen namhafter internationaler Versicherungsgesellschaften abgedeckt.

Für die Kalkulation der Adressausfallrisiken werden in der Bank zwei Modelle verwendet, die sowohl den erwarteten als auch unerwarteten Verlust abbilden, sich auf einen einjährigen Betrachtungshorizont beziehen und keine Diversifikationseffekte risikomindernd ansetzen. Für den Geschäftsbereich Treasury wird auf eine auf Monte-Carlo-Simulation (10.000 Szenarien) basierende Methodik mit einem Konfidenzintervall von 99% Wahrscheinlichkeit zurückgegriffen, welche die wesentlichen Elemente des Kreditportfoliomodells nach CreditMetrics von J.P. Morgan aufgreift. Dabei werden historische PDs und LGDs von Moodys für die relevanten Positionen verwendet. Für den Geschäftsbereich Credit wird ein vereinfachtes PD-LGD-Verfahren verwendet. Dabei nutzt die Bank historische durchschnittliche PDs und LGDs von Moodys und Creditreform. Das Gesamtadressausfallrisiko der Bank hat zum 31. Dezember 2020 nach den internen Modellen der Bank insgesamt EUR 3,1 Mio. betragen. Für die Risikovorsorge des mit Kreditrisiken betroffenen Geschäftes ist der erwartete Verlust gem. o.g. internen Modellen von insgesamt EUR 1,1 Mio. angesetzt worden.

Mit speziellem Bezug zur COVID-19-Pandemie wurden die Risiken auf Ebene der Einzelkreditnehmer und der Portfolien untersucht. Ein hierdurch ermittelter Risikovorsorgebedarf stellte sich gering dar, was insbesondere auf die Bonität der Kunden bzw. Schuldner sowie auf die bestehende Besicherung zurückzuführen ist. Auch zukünftig erwarten wir aufgrund der bestehenden Schuldner- bzw. Besicherungsstruktur keine wesentlichen Erhöhungen der Risikovorsorge aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Die flatex Bank AG schätzt das Ausmaß der resultierenden Gesamtadressausfallrisiken als hoch, die zugehörige Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch als sehr gering ein.

Marktpreisrisiko

Unter Marktpreisrisiken versteht die flatex Bank AG Verlustrisiken aufgrund der Veränderung von Marktpreisen (Aktienkurse, Wechselkurse, Edelmetall-/​Rohstoffpreise, Zinsen) und aufgrund preisbeeinflussender Parameter (z. B. Volatilitäten).

Zur Begrenzung der resultierenden Marktpreisrisiken verfügt die flatex Bank AG über ein mehrstufiges Limitsystem, bei denen positionsbegrenzende Value-at-Risk-Limits sowie Stop-Loss- Limits auf Tages- und Jahresebene vergeben sind. Die Bank berechnet dabei täglich VaR-Zahlen nach historischer Simulation (99% Konfidenzniveau) und erstellt darüber hinaus eine tägliche Gewinn- und Verlustrechnung. Die ermittelten Risikokennziffern und GuV-Zahlen werden täglich den eingerichteten Limits gegenübergestellt. Bei Überschreitungen werden umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Eine VaR-orientierte Überwachung erfolgt im Hinblick auf die 2016 begonnene, langfristig angelegte Geldanlage in Spezialfonds, die eine „Negative Basis“-Strategie verfolgt. Die entsprechenden VaR-Zahlen nach historischer Simulation lagen Ende 2020 in der Größenordnung von unter TEUR 250. Die Bank schätzt diese Marktrisiken als gering und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit ebenfalls als gering ein.

Für die flatex Bank AG bestehen weiterhin Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken.

Fremdwährungsrisiko

Fremdwährungsbestände entstehen bei der flatex Bank AG durch Wertpapiergeschäfte von Kunden in Fremdwährungen. Aus derartigen Geschäften entstandene Fremdwährungsbestände werden täglich durch die Bank wegdisponiert. Fremdwährungsrisiken werden durch eine simultan mit dem Wertpapiergeschäft erfolgende Währungskonvertierung für die Bank weitgehend ausgeschlossen. Die flatex Bank AG schätzt die verbleibenden Marktrisiken aus diesem Geschäftsbereich als gering und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit als sehr gering ein.

Zinsänderungsrisiko

Die flatex Bank AG verfügt über im Zeitablauf stabile und umfangreiche Kundeneinlagen. Mit der nicht exakt zeitkongruenten Anlage dieser Einlagen am Markt und der daraus resultierenden, begrenzten Fristentransformation setzt sich die Bank weiteren Marktrisiken in Form von Zinsrisiken aus. Diesen Risiken begegnet die Bank durch eine grundsätzlich konservativ ausgerichtete Aktiv-Passiv-Steuerung. Eine laufende Berechnung der Zinsänderungsrisiken auf Basis einer Value at Risk (VaR) Kalkulation (99% Konfidenzniveau) stellt sicher, dass Negativentwicklungen beim Zinsrisiko frühzeitig erkannt werden und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Die flatex Bank AG schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit für entsprechend eingegangene Risken als sehr gering ein und veranschlagt dafür ein hohes mittleres Risikoausmaß. Die auf Basis des Value at Risk vorgenommene Verlustabschätzung für das Zinsänderungsrisiko bewegt sich in der Größenordnung von TEUR 1.265.

Als Nichthandelsbuchinstitut ermittelt die flatex Bank AG ebenfalls mögliche Zinsänderungsrisiken für das Anlagebuch gemäß Vorgabe der BaFin (Rundschreiben 06/​2019). Maßgabe ist hier, dass durch eine plötzliche und unerwartete Zinsänderung die kumulierten Barwertveränderungen weniger als 20% der haftenden Eigenmittel der Bank betragen.

Die Kennzahl zum 31. Dezember 2020 betrug für eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve von:

+200 Basispunkten -7,22%
-200 Basispunkten +1,67%.

Liquiditätsrisiken

Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die Bank ihren gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und zeitgerecht aus den verfügbaren finanziellen Mitteln nachkommen kann. In der Folge müssen gegebenenfalls Refinanzierungsmittel zu erhöhten Zinssätzen aufgenommen werden oder vorhandene Aktiva mit Abschlägen liquidiert werden, um zusätzliche (temporär) benötigte Finanzmittel bereitstellen zu können. Abflussraten werden auf Basis einer internen LVaR- Lösung für die gesamte Bank simuliert. Daneben subsumiert die Bank grundsätzlich auch das Refinanzierungsrisiko sowie das Marktliquiditätsrisiko unter dem Begriff des Liquiditätsrisikos, die beide jedoch im aktuellen Geschäftsmodell der Bank nur eine untergeordnete Rolle spielen und damit sowohl hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit („sehr gering“) als auch hinsichtlich des Schadensausmaßes („gering“) der niedrigsten verwendeten Risikokategorie zugeordnet werden.

Zur Begrenzung der verbleibenden Liquiditätsrisiken („Liquiditätsrisiko im engeren Sinne“) verfolgt die Bank eine konservative Anlagestrategie, bei der Kundengelder mit täglicher Fälligkeit überwiegend in kurzfristige Laufzeitbänder investiert werden und wesentliche Anlagen in EZBfähigen Wertpapieren bestehen, die bei Bedarf eine kurzfristige Refinanzierung über die Notenbank ermöglichen. Die Steuerung erfolgt neben mindestens zu haltenden sehr konservativen kurzfristigen Liquiditätspuffern/​-limiten (täglich, wöchentliche, monatliche Liquiditätsbänder) zusätzlich durch eine laufende Durationsmessung über alle relevanten Anlagen der Bank, die sich im Zielkorridor unterhalb von 24 Monaten bewegen.

Schließlich verfügt die Bank über regelmäßige Liquiditätsüberwachungen sowie über eine angemessene Finanzplanung/​Liquiditätsplanung in der Finanzbuchhaltung der Bank. Die getroffenen Maßnahmen in Verbindung mit einem geeigneten „Notfallkonzept Liquidität“ stellen eine komfortable Liquiditätsausstattung sicher, die insbesondere auch im Falle unplanmäßiger Entwicklungen – wie ungünstige Marktentwicklungen oder Zahlungsverzögerungen/​-ausfälle bei Geschäftspartnern – Sicherheitsreserven für die Erfüllung der eigenen Zahlungsverpflichtungen bietet.

Angesichts der komfortablen Liquiditätsausstattung zum Stichtag Ende 2020 (ca. 50% der Aktiva täglich fällig, durchschnittliche Kapitalbindung von 92 Tagen) und der getroffenen risikobegrenzenden Maßnahmen stuft die flatex AG die Eintrittswahrscheinlichkeit ihrer verbleibenden Liquiditätsrisiken (i.e.S.) als sehr gering ein und beurteilt auch das zugehörige Schadensausmaß als gering.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken sind als mögliche Verluste definiert, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens interner Verfahren (Prozessen), von Menschen, (EDV-)Systemen eintreten oder von externen Ereignissen induziert sind.

Die flatex Bank AG greift bei der Risikoinventur der Operationellen Risiken auf eine mehrjährige Zeitreihe eingetretener Schäden zurück. Diese Schadensfälle werden umfassend attribuiert nach Schadenstyp, Schadensursache, Schadeneintrittsdatum etc. und in einer Datenbank dokumentiert. Die interne Steuerung des Operationellen Risikos erfolgt dadurch, dass jeder Schadensfall einer Risikostrategie (Vermeiden, Vermindern, Überwälzen etc.) zugeordnet wird und die definierten Maßnahmen umgesetzt werden. Zur Ermittlung eines Betrags für das zu unterlegende haftende Eigenkapital aus Operationellen Risiken findet intern neben dem sogenannten Basisindikatorenansatz ein interner Bemessungsansatz Verwendung. Neben der Ermittlung von operationellen Risiken aus historischen Daten ermittelt die Bank auf Basis von Expertenschätzungen potentielle Schäden im Rahmen von Risk Assessments mit allen Fachbereichen der Bank, um nicht quantifizierbare Risiken abzubilden, wo keine ausreichende Schadensdatenhistorie vorliegt.

Für die flatex Bank AG ist die Risikoart der Operationellen Risiken das wesentliche Risiko. Typische Risiken liegen in Handling-Fehlern, dem Ausfall von Systemen oder externen Angriffen auf die Systeme.

Das operationelle Risiko der Bank hat zum 31. Dezember 2020 nach den internen Modellen der Bank insgesamt EUR 4,0 Mio. betragen. Die flatex Bank AG schätzt das Ausmaß der resultierenden Risiken als hoch, die zugehörige Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch als gering ein.

Gesamtrisikoposition der Bank

Die flatex Bank AG verwendet ein Risikotragfähigkeitskonzept, welches auf der Fortführung der Geschäftstätigkeit basiert. Hierbei wird zunächst ein Risikodeckungspotenzial ermittelt, welches sich im Wesentlichen aus dem Überschuss der Eigenmittel gem. CRR abzgl. wesentlicher stiller Lasten ohne Wertaufholungspotenzial zusammensetzt. Dem werden alle intern ermittelten wesentlichen Risiken wie Adressenausfall-, Liquiditäts-, Marktpreis-, Zinsänderungs- und Operationellen Risiken gegenübergestellt. Die Differenz aus Risikodeckungspotenzial und Risiken ist die freie Risikodeckungsmasse, die zum 31. Dezember 2020 TEUR 14.627 beträgt. Sie dient als Puffer für unerwartete Verluste und zur Deckung möglicher Risiken aus Neugeschäftsgenerierung.

Die Gesamtkapitalquote beträgt zum 31. Dezember 2020 14,15% bei einem haftenden Eigenmittelbestand von TEUR 75.361.

Der Offenlegungsausweis der flatexDEGIRO AG nach § 26a KWG i.V.m. Teil 8 CRR dokumentiert im Detail die Risikopositionen der Institutsgruppe.

Die flatex Bank AG ist übergeordnetes Institut und damit für das Risikomanagementsystem der Institutsgruppe verantwortlich. Neben dem eigenen Risikomanagementsystem überwacht die flatex Bank AG sämtliche Risikopositionen .

2.2 Risikosteuerung in Produkten und Geschäftsfeldern

Kontoführung

Privatkunden

Die flatex Bank AG führt für Endkunden Konten und Depots, die auf das Wertpapiergeschäft ausgerichtet sind. Aus diesem Grund verfügen die angebotenen Konten in der Regel nicht über die Funktionen eines üblichen Girokontos. Ausgehender Zahlungsverkehr ist im Regelfall nur mit einem fest hinterlegten Referenzkonto möglich.

Firmenkunden

Die flatex Bank AG bietet Firmenkunden die Möglichkeit eines beleglosen Zahlungsverkehrs auf Basis positiv geführter Konten an. Hierzu werden Überweisungen, Sammelüberweisungen, Lastschriften, Bargeldversorgung etc. angeboten.

Depot- und Wertpapiergeschäft

Endkundengeschäft Privat- und Firmenkunden

Die flatex Bank AG bietet Privat- und Firmenkunden das Führen von Wertpapierdepots zum Handel und Verwahren von Finanzinstrumenten an. Das gesamte Wertpapiergeschäft wird als Kommissionsgeschäft größtenteils auf Guthabenbasis, aber auch im Rahmen von Lombard- und flex-Krediten oder Handelslinien mit Realtime-Disposition betrieben. Die Bank betreibt ausschließlich beratungsfreies Geschäft. Eine Anlageberatung findet nicht statt. Als Börsenplätze sind die bedeutendsten deutschen Börsenplätze (u.a. XETRA, Tradegate Exchange) die Terminbörse Eurex, die europäischen Handelsplätze Amsterdam, Brüssel, Lissabon, Madrid, Mailand, Paris und Wien sowie die nordamerikanischen Handelsplätze NYSE, AMEX, NASDAQ, Toronto und Vancouver angebunden. Neben dem „Buy und Hold Geschäft“ bietet die Bank über die Steubing AG das Crossborder Geschäft für eine Reihe ausländischer Börsenplätze an. Bei den außerbörslichen Handelsplattformen sind technische Anbindungen mit Handelspartnern über Systeme wie beispielsweise TradeLink, ICOM, Force, CatsOS, und LOX realisiert.

Die flatex Bank AG bietet Heavy-Tradern die Möglichkeit unter bestimmten Voraussetzungen Leerverkäufe zu tätigen. Im Rahmen der europäischen Neuregelungen wurden die Rahmenbedingungen für Leerverkäufe seit dem 01. November 2012 verschärft. Einige Broker haben sich in der Folge aus dem Markt zurückgezogen. Bei Missachtung der Regelungen kann durch die Aufsicht ein Ordnungsgeld auferlegt werden. Die flatex Bank AG hat hierzu ein IT-gestütztes System aufgebaut, welches durch eine Ampelfunktion dem Kunden aufzeigt, in welchen Gattungen er Shortpositionen aufbauen darf und ob eine Wertpapierleihe erforderlich ist.

Mandantengeschäft

Seit Dezember 2014 ist die flatex Bank AG Depotbank für die mwb Fairtrade Wertpapierhandelsbank AG und wickelt das gesamte Depotgeschäft dieses Maklers über alle Handelsplätze ab. Die Risiken sind durch bei der flatex Bank AG in Cash hinterlegte Sicherheiten abgewälzt.

Die flatex Bank AG kooperiert als depotführendes Institut für den deutschen Markt seit dem dritten Quartal 2015 mit der Equatex AG, welche Mitarbeiterbeteiligungsprogramme bei großen Konzernen weltweit betreut.

Aus diesem Bereich ergeben sich im Wesentlichen Operationelle Risiken, z.B. aus Settlement- oder Handling-Fehlern und Kontrahentenausfallrisiken.

Sonstige Geschäfte

Die flatex Bank AG stuft sich weiterhin als Nichthandelsbuchinstitut ein. Damit betreibt sie Eigengeschäfte in überschaubarem Rahmen. Diese Geschäfte beschränken sich im Wesentlichen auf die Anlage von Kundengeldern und die Liquidität der Bank (Anlagebuchpositionen). Die Anlage erfolgt überwiegend im kurzfristigen Bereich, um Zinsänderungsrisiken und ggf. Liquiditätsrisiken zu vermeiden. Neben dieser täglich stattfindenden Disposition legt die flatex Bank AG ihre Anlagen ebenfalls in kurzfristigen Wertpapieren an. Hierbei werden überwiegend Wertpapiere (Floater) erworben, die als Sicherheit bei den Börsen/​Lagerstellen sowie bei der EZB hinterlegbar sind.

3 Investitionen

Im Geschäftsjahr wurden, bedingt durch die Einführung neuer Produkte und Geschäftsfelder sowie durch die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, Investitionen getätigt.

Essenzielle Investitionen waren dabei:

Vollständige Digitalisierung der Antragsstrecke für flatex-Neukunden

Bereitstellung von Cash-Bankkonten für DEGIRO B.V. Kunden

Entwicklung der innovativen Handelsplattform/​App flatex next

Fortlaufende Anpassungen an regulatorische Auflagen oder technische Anpassungen, wie z.B. in den Bereichen Meldewesen, Compliance, Risikocontrolling, etc.

Ausbau Kreditgeschäft

Realisierung inländischer und europäischer Meldewesen-Anforderungen

Weitere Optimierung der Backoffice-, Zahlungsverkehr- und Wertpapierfunktionen

4 Personalangelegenheiten

Die Bank beschäftigte zum 31. Dezember 2020 inklusive Geschäftsleitung 247 Mitarbeiter (davon 212 Mitarbeiter in Vollzeit) und damit 35 Mitarbeiter mehr als zum 31. Dezember 2019.

Diese Entwicklung resultiert aus dem signifikanten Kundenwachstum sowie steigenden regulatorischen Anforderungen und spiegelt sich in diversen Fachbereichen wider.

Im Jahr 2020 wurde zwei Angestellten Prokura erteilt.

Mit Wirkung zum 18. August 2020 wurde Steffen Jentsch in den Vorstand der flatex Bank AG berufen. Steffen Jentsch ist seit 2017 Managing Director der flatex AG und seit 2018 als Generalbevollmächtigter für die flatex Bank AG mitverantwortlich.

Die notwendigen Qualifikationen (Fachkenntnisse und Erfahrungen) gemäß Funktionsbeschreibung werden bereits bei der Einstellung von Mitarbeitern berücksichtigt. Wesentlicher Teil der Sicherung des Qualifikationsniveaus ist ein „training on the job“, welches personenspezifisch durch externe Schulungen ergänzt wird. Darüber hinaus engagiert sich die Bank als Ausbildungsbetrieb und stellt damit sicher, dass in Zukunft hochqualifizierte und mit den Besonderheiten der Bank vertraute Mitarbeiter für weitergehende Aufgaben bereitstehen.

Die Anreizsysteme der flatex Bank AG sind so gestaltet, dass Fehlanreize vermieden werden. Dies ist dadurch gesichert, dass keine signifikante Abhängigkeit eines Mitarbeiters von einer variablen Vergütung besteht. Ebenso wenig gibt es schädliche Anreize durch bedeutende vertragliche Abfindungsansprüche. Die Vorgaben der Institutsvergütungsverordnung werden innerhalb der Bank und Ihrer vertraglich gebundenen Vermittler eingehalten.

5 Bestehende Niederlassungen

Die im April 2010 in Wien errichtete Niederlassung der flatex Bank AG wickelt weiterhin das im Rahmen des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs in Österreich akquirierte Geschäft ab. Die Konten und Depots werden nach österreichischem Recht geführt. Die Niederlassung unterliegt neben der Aufsicht durch die Bundesdesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auch der Überwachung durch die österreichischen Finanzaufsichtsbehörden. Die Niederlassung ist Mitglied des Verbandes österreichischer Banken und Bankiers.

6 Chancen und Risikobericht

Zur Identifizierung der Chancen und Risiken ist ein strukturierter Prozess (strategischer Planungsprozess) aufgesetzt, aus dem sich nachfolgende Chancen und Risiken ableiten. Ein wesentlicher Risikobereich der flatex Bank AG liegt in den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen, die sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt haben. Neben den umfassenden Änderungen in den regulatorischen Anforderungen sind neu eingeführte Kennzahlen und die Abschaffung von Vereinfachungsvorschriften bedeutend für die Entwicklung der Bank sowie die Stärkung des Eigenkapitals von Relevanz für die Bank.

Die expansive Negativzinspolitik der EZB ist weiterhin ein Risiko für die gesamte Branche. Auch die flatex Bank AG wird 2021 diese Entwicklung als Einflussfaktor auf die Ertragsstärke betrachten. Die Unberechenbarkeit der politischen Willensbildungsprozesse ist weiterhin unverändert und auch für die flatex Bank AG von erheblicher Bedeutung. Das Risikopotenzial hat sich in der Entscheidung rings um die weltweiten Geschehnisse des Geschäftsjahres beobachten lassen.

Der Bereich Online-Brokerage ist traditionell von Volatilitäten der verschiedenen Handelsplätze abhängig. Diese Abhängigkeit besteht 2021 unverändert wie in den Vorjahren. Somit wird die Bank ihre Expansionsstrategie fortsetzen und durch neue Produkte in den Geschäftsfeldern B2C und Credit weitere stabile, nachhaltige Ertragsbringer aufbauen. Neue innovative Produkte und die Festigung bestehender Partnerschaften bilden eine wesentliche Grundlage des zukünftigen Erfolgs. Neben den neu entwickelten Kreditprodukten werden unter der Marke „flatex“ auch zukünftig die strategischen Partnerschaften mit den Premiumpartnern intensiviert, über welche bereits heute Zertifikate und Optionsscheine auf dem deutschen Markt in Kooperation angeboten werden. Mit Erwerb der DeGiro B.V. durch die flatex AG sowie der Übernahme von umfangreichen bankfachlichen Leistungen durch die flatex Bank AG wird die Internationalisierungsstrategie des Konzerns zukünftig eine wesentliche Beschleunigung erfahren.

Weiterhin wird durch den fortgesetzten Ausbau des Kreditgeschäfts die Diversifizierung vorangetrieben.

Dem Vorstand sind auf Basis der Planung keine Faktoren bekannt, die den Fortbestand der Gesellschaft als gefährdet ansehen lassen.

7 Prognosebericht

Der Ausblick auf die Entwicklung der Aktivitäten für das Jahr 2021 ist weiterhin von der COVID-19-Pandemie und den hieraus resultierenden wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Folgen geprägt. Während die Unsicherheit an den Finanzmärkten zum Jahresende 2020 weitestgehend verflogen schien und die wichtigsten Börsen-Indizes Rekordstände anpeilten, so wird für den Beginn des Geschäftsjahres 2021 von einer leicht erhöhten Volatilität ausgegangen, welche im Laufe des Jahres abnehmen könnte. Mit dem Wahlsieg von Joe Biden bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen ist eine gewisse Entspannung in der Weltpolitik eingekehrt und die internationalen Beziehungen zwischen den USA und anderen Staaten, wie auch der EU erscheinen zusehends freundlicher, was einen positiven Einfluss auf den Handelsabsatz haben könnte.

Mit Fokus auf die Aktienmärkte werden vor allem Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien und infrastrukturnahe Sektoren profitieren, womit auch der Trend zu nachhaltigen Anlageprodukten eine steigende Bedeutung erfahren wird. Dieser Trend ist jedoch nicht nur regional beschränkt in den USA zu beobachten, sondern formt sich spätestens seit Aufkommen der „Fridays for Future“-Bewegung zu einem globalen Trend, der auch in den Produktinnovationen innerhalb des Konzerns Berücksichtigung findet.

Mit flatex next erfolgte Ende 2020 die Einführung einer innovativen, benutzerfreundlichen und einfach verständlichen Bedienungsoberfläche, mit der man unter der Marke „flatex“ die Demokratisierung des Brokerage-Geschäftes vorantreiben will. Innerhalb des Online-Brokerage- Markts gibt es eine klare Unterscheidung zwischen a) Kunden, die einen Online-Brokerage-Service nutzen, um Sparpläne zu besparen, die als langfristige Investitionen dienen, und b) Kunden, die den Brokerage-Service für den Handel nutzen, was zu Portfolios mit einem eher kurzfristig orientierten Charakter führt. Neben dem bestehenden Angebot für handelsaktive Kunden ist mit flatex next einer breiten Bevölkerungsgruppe die Möglichkeit gegeben, mit wenigen Klicks Wertpapiere zu kaufen und somit einen Beitrag zur persönlichen Altersvorsorge zu leisten. Neben „klassischen“ Anlageprodukten wird Kunden erstmals auch die Suche nach Produkten ermöglicht, die ESG- konform sind, d.h. welche die Kriterien Umwelt (Ecology), Soziales (Social) und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance) berücksichtigen.

Darüber hinaus wird eine effiziente Marketingstrategie verfolgt, die darauf ausgerichtet ist, den Bekanntheitsgrad der Konzernmarken bzw. Tochtergesellschaften in Europa zu erweitern. Nicht zuletzt durch das Sponsoring des international erfolgreichen Bundesligavereins Borussia Mönchengladbach wird die Markenbekanntheit signifikant gesteigert werden.

Der Vorstand der Bank rechnet für 2021 mit einer Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der EZB und somit einer weiteren Erschwernis in der Realisierung einer positiven Anlagemarge. Die Treasury-Strategie der Bank bzw. ihr Anlageuniversum wurde diesbezüglich adjustiert und erfolgreich die Expansion des Kreditgeschäftes vorangetrieben. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 lag die Kreditauslastung bei EUR 873 Mio., was einer Steigerung von mehr als 100% gegenüber dem Vorjahr entspricht und insbesondere aus der Übernahme der Refinanzierung des Wertpapierkreditbuches der DEGIRO B.V. resultiert. Durch die Stärkung des Eigenkapitals in den letzten Jahren haben sich die Möglichkeiten der Kreditvergabe wesentlich verbessert. Bei der Umsetzung der Strategie werden risikoarme Kreditarten in den Vordergrund gestellt, die keine bedeutsamen Auswirkungen auf das administrative Mengengerüst haben. Gleichwohl kann das potenzielle Risiko einer steigenden Zahl von Kreditausfällen infolge der COVID-19-Pandemie aufgrund der Besicherung negiert werden. Mit Übernahme der DEGIRO B.V. durch die flatexDEGIRO AG wurde bereits die Refinanzierung des voll besicherten Kreditportfolios durch die flatex Bank AG abgelöst.

Insgesamt kann von der Fortschreibung der positiven Entwicklung des vorangegangenen Geschäftsjahres ausgegangen werden. Es zeigt sich, dass die eingeschlagene Strategie der flatex Bank AG mit primärem Fokus auf das B2C-Brokerage-Geschäft sowie das Kreditgeschäft erfolgreich verläuft und somit auch den Kostensteigerungen infolge der Zinspolitik sowie aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfolgreich gegensteuern kann. Der Vorstand ist sehr zuversichtlich, dass sich die positive Entwicklung des operativen Ergebnisses auch 2021 fortsetzen wird.

Die positive Wahrnehmung im Markt, die zuletzt gewonnenen Kunden sowie die Übernahme von DeGiro durch die Konzernmutter bekräftigen die Expansionsstrategie der flatex Bank AG. Es ist ausdrückliches Ziel der Geschäftsleitung, auch weiterhin an der bestehenden Strategie der flatex Bank AG festzuhalten und diese fokussiert umzusetzen. Die Geschäftsleitung der flatex Bank AG beobachtet die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, erwartet jedoch, eventuellen negativen Auswirkungen jederzeit entgegensteuern zu können.

Planungsannahmen und Prognosen zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren

Die erwartete Ertragslage basiert auf den Annahmen, dass der Kundenbestand zum 31. Dezember 2020 auf der Basis von Erfahrungswerten steigen wird. Aus der ermittelten Kundenanzahl und Aktivitäten je Kunde ergibt sich der zu erwartende Ertragsstrom der Folgejahre. Konkret liegt der Prognose die Annahme zugrunde, dass Trade- und Kundenzahlen unter Fortführung der bestehenden Marketingstrategie weiter ansteigen werden (siehe nachfolgende Tabelle). Die Erträge resultieren unmittelbar aus den Plan-Annahmen der Marken flatex und ViTrade. Das erwartete Zinsergebnis beruht auf den Annahmen, dass ungeachtet einer weiterhin zurückhaltenden Zinsstruktur das Kreditgeschäft weiter ausgebaut werden wird und hieraus ein positiver Zinseffekt resultiert. Die Ertragsstruktur der übrigen Geschäftsbereiche wird auf Basis von Erfahrungswerten fortgeschrieben und unter Berücksichtigung aller zum Planungszeitraum vorliegenden Erkenntnisse hergeleitet. Der Erwerb der DeGiro B.V. und hieraus resultierende Effekte auf die Leistungsindikatoren der flatex Bank AG finden in nachfolgender Ausführung entsprechend Berücksichtigung.

Hinsichtlich der Leistungsindikatoren ergeben sich für die Prognose folgende relevante Planungsannahmen:

in Stück 2021e 2020 2020e 2019
Anzahl Kunden stark steigend 907,762 stark steigend 368.133
Anzahl Transaktionen stark steigend 25.315.100 stark steigend 12.274.525
EBITDA stark steigend 84.141 stark steigend 23.791
Beschreibung Ausmaß der Veränderung
moderat +/​- 0,1 bis 5,0%
leicht +/​-5,1 bis 10,0%
deutlich +/​- 10,1 bis 20,0%
stark +/​- 20,1%

8 Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen wesentlichen Einfluss auf unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage hatten.

9 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Abschluss der flatex Bank AG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

 

Frankfurt am Main, den 16. Februar 2021

Frank Niehage

Jörn Engelmann

Steffen Jentsch

Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2020

Der Aufsichtsrat der flatex Bank AG hat im Geschäftsjahr 2020 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben sorgfältig wahrgenommen.

Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Führung der Geschäfte

Der Vorstand wurde bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig und sorgfältig überwacht. Darüber hinaus wurden auch die strategische Ausrichtung der flatex Bank AG sowie weitere wesentliche Maßnahmen durch den Aufsichtsrat begleitet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat durch schriftliche oder mündliche Berichte regelmäßig und umfassend über alle wesentlichen Geschäftsereignisse, die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie über die wirtschaftliche und finanzielle Lage der flatex Bank AG. Der Aufsichtsrat wurde dabei in alle für das Unternehmen wesentlichen Entscheidungen eingebunden. Zustimmungspflichtige Sachverhalte standen mit allen Unterlagen rechtzeitig zur Prüfung zur Verfügung. Die Berichte beinhalteten alle relevanten Informationen zur Strategieentwicklung, zur Planung, zur Geschäftsentwicklung und zur Lage der flatex Bank AG, einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance.

Auch außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats standen der Vorsitzende des Aufsichtsrats und die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrats im regelmäßigen Kontakt mit dem Vorstand, um Themen zur Entwicklung und Risikosituation der flatex Bank AG zu besprechen. Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten im Berichtsjahr nicht auf.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2020 fanden vier ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt, von denen zwei als Präsenzsitzungen und zwei als Videokonferenz abgehalten wurden. Sämtliche Aufsichtsratsmitglieder nahmen an den Sitzungen teil. Jeweils nach eingehender Prüfung und ausführlicher Erörterung erteilte der Aufsichtsrat, soweit erforderlich, erbetene Zustimmungen in den einzelnen Sitzungen bzw. durch Beschlussfassung im Umlaufverfahren oder im Rahmen von Telefon-/​Videokonferenzen.

Beratungsschwerpunkte im Aufsichtsrat

Folgende Themen waren im Wesentlichen Gegenstand der Beratungen und Überwachung sowie, soweit erforderlich, der Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat im Berichtsjahr 2020:

Aktuelle Geschäftsentwicklung der flatex Bank AG, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 sowie Erörterung der Geschäftsfelder, des Businessplans und der Prognosen für das Geschäftsjahr 2020

Zustimmung zu sechs Organkrediten (insbesondere für eine Wertpapier-Verwahrstelle („Stichting“) von DEGIRO im Zusammenhang mit der Ablösung von voll besicherten Wertpapierkrediten), zur Stärkung der Eigenkapitalbasis der flatex Bank AG durch Leistung von Einlagen in die freie Kapitalrücklage, § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB, sowie zur Abhaltung der ordentlichen Hauptversammlung der flatex Bank AG als virtuelle Hauptversammlung

Erweiterung des Vorstands um ein IT-Ressort samt dessen personeller Besetzung

Beauftragung des Abschlussprüfers der flatex Bank AG für das Geschäftsjahr 2020 sowie Beauftragung des Bankprüfers für die österreichische Zweigniederlassung der flatex Bank AG für das Geschäftsjahr 2021

Berichterstattung über den gestaffelten Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile am niederländischen Onlinebroker DeGiro B.V. (nachfolgend als „DEGIRO“ bezeichnet) durch die Konzernholding mit anschließender Integration in den Konzern), die weitere Zusammenarbeit

mit DEGIRO, die Einführung der Depotgebühr und des flatex VIP Club sowie des erfolgten Launch von flatex next und die nächsten Schritte, insbesondere der flatex Community und einer Desktopvariante für flatex next

Berichterstattung über eine Sonderprüfung im IT-Bereich sowie die in diesem Zusammenhang erstellte Korrespondenz an die Aufsichtsbehörden

Jahresabschlussprüfung 2020

Der Jahresabschluss der flatex Bank AG zum 31. Dezember 2020 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 wurden von der zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 gewählten Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Die Prüfung hat keine Beanstandungen ergeben. Es wurde jeweils ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt.

Auch der Aufsichtsrat hat die Vorlagen des Vorstands seinerseits insbesondere auf Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit geprüft und in der Bilanzsitzung am 04. März 2021 behandelt. Der Abschlussprüfer nahm an der Bilanzsitzung teil und berichtete über den Umfang, die Schwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner jeweiligen Prüfung einschließlich der im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte. Zudem gab der Abschlussprüfer ausführliche Erläuterungen zu dem Prüfungsbericht und stand für ergänzende Auskünfte und Fragen zur Verfügung. Wesentliche Schwächen des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess wurden dabei nicht festgestellt. Weder bestanden Umstände, die die Befangenheit der Abschlussprüfer besorgen lassen, noch wurden durch den Abschlussprüfer Leistungen zusätzlich zu den Abschlussprüferleistungen erbracht. Der Aufsichtsrat hat den Prüfungsbericht und die Prüfungsergebnisse des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen und nach Abschluss seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwendungen zu erheben sind. Der vom Vorstand aufgestellte und vom Abschlussprüfer geprüfte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 wurden vom Aufsichtsrat gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat stimmt in seiner Einschätzung der Lage der Gesellschaft mit derjenigen des Vorstands im Lagebericht überein.

Bestehen eines Ergebnisabführungsvertrages

Aufgrund des zwischen der flatex Bank AG und ihrer alleinigen Gesellschafterin, der flatex Finanz GmbH, bestehenden Ergebnisabführungsvertrages im Sinne von § 291 Abs. 1 S. 1 Var. 2 AktG war für das Geschäftsjahr 2020 kein Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen aufzustellen. Für das Berichtsjahr erübrigten sich daher entsprechende Prüfungen.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Zu Beginn des Geschäftsjahres bestand der Aufsichtsrat aus Herrn Martin Korbmacher (Aufsichtsratsvorsitzender), Herrn Hans-Peter Peters (stellvertretender Vorsitzender) und Herrn Stefan Müller.

Die bisherige Amtszeit von Herrn Peters endete regulär mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 19. Mai 2020; Herr Peters wurde von derselben Hauptversammlung für den Zeitraum bis zur Beendigung der Hauptversammlung, welche über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr für das Geschäftsjahr 2022 beschließt, erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Darüber hinaus haben sich im gesamten Berichtsjahr und bis zum 04. März 2021 im Aufsichtsrat keine Veränderungen ergeben.

Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats besteht daher aktuell unverändert wie zu Beginn des Geschäftsjahres fort.

Veränderungen im Vorstand

Im Vorstand haben sich bis zum 04. März 2021 folgende Änderungen ergeben:

Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 01. April 2020 wurde Herr Steffen Jentsch zum Vorstandsmitglied der flatex Bank AG bestellt; Herr Jentsch hat dieses Mandat mit Erhalt der Unbedenklichkeitserklärung der Bankenaufsicht mit Wirkung zum 18. August 2020 angenommen.

Herr Frank Niehage ist unverändert Vorstandsvorsitzender, Herr Jörn Engelmann unverändert weiteres Vorstandsmitglied der flatex Bank AG.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre trotz der durch die COVID-19-Pandemie erschwerten Bedingungen erfolgreiche Arbeit im Berichtsjahr seinen Dank und seine Anerkennung aus.

 

Frankfurt am Main, den 04. März 2021

Für den Aufsichtsrat

Martin Korbmacher, Vorsitzender des Aufsichtsrats

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die flatex Bank AG, Frankfurt am Main

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der flatex Bank AG, Frankfurt am Main, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden-geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der flatex Bank AG, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

Abbildung der Verschmelzung factoring.plus GmbH auf die flatex Bank AG, Frankfurt am Main, im Jahresabschluss der flatex Bank AG

Vereinnahmung von Provisionserträgen aus dem Wertpapierhandel

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

1.)

Sachverhalt und Problemstellung

2.)

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3.)

Verweis auf weitere Informationen

Abbildung der Verschmelzung factoring.plus GmbH auf die flatex Bank AG, Frankfurt am Main, im Jahresabschluss der flatex Bank AG

1.) Sachverhalt und Problemstellung

Zum Zeitpunkt der Verschmelzung wurde die Vermögensgegenstände und Schulden als laufender Geschäftsvorfall in der Buchführung der flatex Bank AG erfasst. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag der factoring.plus GmbH wurde als Verschmelzungsverlust erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Diese Transaktion stellt einen wesentlichen Sachverhalt außerhalb der normalen Geschäftstätigkeit dar und war daher besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

2.) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir die Angemessenheit des Verschmelzungskonzeptes der Gesellschaft sowie dessen Umsetzung untersucht. Ferner haben wir die vorgenommenen Buchungen auf Vollständigkeit sowie die sachliche und rechnerische Richtigkeit geprüft. Ferner haben wir geprüft, ob die im Anhang erforderlichen Angaben vollständig und richtig gemacht wurden. Diesbezüglich haben sich keine Feststellungen ergeben.

3.) Verweis auf weitere Informationen

Die Angaben der flatex Bank AG zur Verschmelzung sind im Anhang enthalten (vgl. Abschnitt 3.1 und 4.11).

Vereinnahmung von Provisionserträgen aus dem Wertpapierhandel

1.) Sachverhalt und Problemstellung

Die Bank erzielt Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft überwiegend aus der Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Ausführung von Kundenorders. Provisionserträge werden erfasst, wenn die Dienstleistung erbracht wurde. Aufgrund der hohen Volumina und der Bedeutung der Provisionserträge aus dem Wertpapierhandel für die Ertragslage der Bank haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

2.) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

In Bezug auf die Bemessung der Provisionserträge aus dem Wertpapierhandel haben wir uns im Rahmen der Prüfung auf einen kontrollbasierten Prüfungsansatz gestützt und uns mit den zugrundeliegenden Unternehmensprozessen befasst sowie die darin implementierten Kontrollen im Rahmen unserer Aufbau- und Funktionsprüfung hinsichtlich ihrer Angemessenheit und Wirksamkeit beurteilt und getestet. Darüber hinaus haben wir analytische Prüfungshandlungen hinsichtlich der Entwicklung der Provisionserträge aus dem Wertpapierhandel vorgenommen. Hierbei haben wir insbesondere die Entwicklung der Anzahl der Wertpapierorderns ins Verhältnis zu der Entwicklung der Provisionserträge aus dem Wertpapierhandel gesetzt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Vereinnahmung von Provisionserträgen aus dem Wertpapierhandel ergeben.

3.) Verweis auf weitere Informationen

Die Angaben der flatex Bank AG zur Vereinnahmung von Provisionserträgen sind im Anhang in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den von uns vor dem Datum dieses Vermerks des Abschlussprüfers erlangten „Aufsichtsrechtlicher Offenlegungsbericht per 31.12.2019“.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Mai 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 19. Mai 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Abschlussprüfer der flatex Bank AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Stefan Fischer.

 

Frankfurt am Main, den 1. März 2021

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Düsseldorf)

Ralph Hüsemann, Wirtschaftsprüfer

Dr. Stefan Fischer, Wirtschaftsprüfer

Related Posts

Wirtschaft

Unternehmen die wir 2021 beobachten werden

14.01.2021
FL-0002.651.136-2
bitcci Token AG
Dr. Grass-Strasse 12
Vaduz

14.01.2021
FL-0002.651.205-1
THE SYRINGA TRUST
Vaduz

13.01.2021
FL-0002.651.116-0
Aspecta Worldwide S.A.
Industriestrasse 26
Ruggell

13.01.2021
FL-0002.651.122-7
Ledaro Investments S.A.
Industriestrasse 26
Ruggell

13.01.2021
FL-0002.651.125-1
Magalo Investments S.A.
Industriestrasse 26
Ruggell

13.01.2021
FL-0002.651.129-8
Studio 108 S.A.
Industriestrasse 26
Ruggell

13.01.2021
FL-0002.651.124-0
Yakutia Gas Aktiengesellschaft
Industriering 14
Ruggell

12.01.2021
FL-0002.651.013-3
IDG Fünf Anstalt
Essanestrasse 164
Eschen

11.01.2021
FL-0002.650.916-9
Caniani